Romanrecherche in Eis und Schnee 2

Während die Sonne um die Mittagszeit diese Winteridylle zaubert, zieht über der Ostsee hinterm Haus eine schwarze Sturmfront auf. Dieses Foto ist echt und kein Fake!

Heute geht’s um Romanrecherchen für »Die Schneemänner«. Konkret um das Schneechaos, in dem sich Jacob, Paul und Louisa kennen lernen. Denn auch das hab ich tatsächlich erlebt.

Zu Recherchen für diese Story bin ich im Januar an die Küste gefahren. Allerdings ohne zu wissen, was wirklich auf mich zukommt. Wer ahnt schon solche Katastrophen voraus und begibt sich freiwillig in Gefahr? Wenn die Reise in den Norden auch im Schnee stattgefunden hat. Aber den bringt der Winter nun mal mit sich. Schnee, Frost, graue Tage und viel Nebel. Alles normal. Hat was Mystisches, bei Eiseskälte im Nebel rumzulaufen ;-)

Am selben Tag etwa eine halbe Stunde zuvor. Shooting bei schönstem Sonnenschein. Das Meer ist beinahe glatt. Die Ruhe vor dem Sturm.

Leser haben oft nachgefragt, wo denn nun eigentlich das Hotel steht, in dem Louisa ihre Schneemänner kennengelernt hat. Ich kann euch verraten: Nicht dort, wo der Sturm tobte. Denn bei allem, was ich an Locations recherchiere, verfremde ich auch. So hat also der Sturm auf dem Darß getobt. Während sich das Hotel mit Pool, in dem Louisa regelmäßig ihre Runden dreht, mehr als einhundertfünfzig Kilometer weiter östlich befindet. Allerdings herrschte zu jener Zeit auch dort der witterungsbedingte Ausnahmezustand.

Aber kehren wir zurück auf’s so genannte Fischland, wo ich gerade noch damit beschäftigt war, ordentlich Lokalkolorit in mich aufzusaugen, als ich beim Einkaufen im Supermarkt bemerkte, dass die Einheimischen offensichtlich Lebensmittel bunkerten. Die Regale waren wie leergefegt, in den Einkaufswagen türmten sich die Waren. Die Stimmung wirkte irgendwie merkwürdig. An der Fleischtheke erfuhr ich schließlich den Grund. Die Wetterfrösche hatten Schneesturm angekündigt – ich meine, wer hört schon Nachrichten, wenn er auf Recherche ist. Ich hatte also von nix ne Ahnung. Aber ich hoffte, das Reetdachhaus, in dem ich Quartier bezogen hatte, wäre sicher. Immerhin stand es, so wie Pauls Haus, direkt hinter den Dünen.

Über die Tage verteilt hatte es immer wieder mal geschneit. Aber in der folgenden Nacht kam es tatsächlich richtig dicke. Der Vermieter, der jeden Morgen damit beschäftigt war, einen Fußweg zwischen Haus und Carport freizuschaufeln, hatte sichtlich Mühe mit dem vielen Neuschnee. Weil aber die Sonne schien, hielt ich es für einen ganz normalen Wintertag und poste bei bester Laune für ein paar Strandfotos. Aber seht ihr hinter mir die dunkle Wand? Auf den Fotos für die Schneemänner-Cover macht sie sich auch gut, oder? Ich finde immer, diese Bilder sehen total unwirklich aus. Die von der Sonne in Szene gesetzte traumhafte Winterwonderworld will so gar nicht zu dem schwarzen Himmel dahinter passen …

Am Tag vor dem Sturm. Ordentlicher Wellengang, aber noch fühlt sich alles nur nach einem kräftigen Wind an der See an. Seht ihr den breiten Strand?

Doch die schwarze Wand löste sich nicht in Wohlgefallen auf, sondern brachte einen Sturm, der sich gewaschen hatte. Nachmittags gegen vierzehn Uhr war es bereits stockdunkel. Ich suchte sämtliche Kerzen in der Ferienwohnung zusammen, weil ich mit einem Stromausfall rechnete. Und ich weiß nicht mehr, wie oft ich später angestrengt in die Dunkelheit starrte. Immer in der Angst, das Wasser könnte höher steigen und über den Deich laufen. Die Windgeräusche jedenfalls waren zum Fürchten und raubten mir den Schlaf.

Am nächsten Tag, einem Sonntag, war das Chaos perfekt. Der Verkehr auf dem Darß war zusammengebrochen, zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Die beiden Küstenautobahnen versanken unter hohen Schneeverwehungen, in denen schon nachts hunderte Autofahrer steckengeblieben waren. Die Polizei riet davon ab, das Auto zu benutzen, der öffentliche Nahverkehr war längst eingestellt. Erinnert an das, was dieser Tage in den Alpen geschieht, oder? Vielleicht lag nicht ganz so viel Schnee, aber genügend, um die gesamte Küstenregion über mehrere Tage lahmzulegen.

Am Tag nach dem Sturm. Die aufgepeitschte Ostsee hat den Strand gänzlich geschluckt. Das Wasser frisst bereits an den Dünen …

Was tut man in einem solchen Fall? Abwarten, Tee trinken, vernünftig sein. Vor allem aber alle bisherigen Pläne über den Haufen werfen. Ich verlängerte meinen Aufenthalt und ging im Sturm spazieren. Als ich zwei Tage später dann doch die Heimreise antrat, war der Sturm noch so stark, dass auf der nördlichen Richtungsfahrbahn noch immer nichts ging. Trotz Räumfahrzeugen wehte sie ständig wieder zu. In Richtung Berlin hatten wir Glück, weil ein Schneepflug vor uns her fuhr. Wie viel Glück das aber wirklich bedeutete, wurde erst am Abend klar. Als dieselbe Autobahn wegen anhaltender Schneeverwehungen erneut unpassierbar geworden war. Glück im Unglück, würde ich sagen. Traumhafte Bilder und die Erinnerung an ein Schneechaos, das den perfekten Einstieg in »Die Schneemänner« bot.

Schaut euch gern auch den Buchtrailer auf YouTube an – die Fotos darin sind ebenfalls während dieser Recherchetour entstanden.

Romanrecherchen in Eis und Schnee 1

Ich bin gern zu Recherchezwecken unterwegs. Das wisst ihr spätestens seit meinem Schottland-Roman. Allerdings kann niemand so ohne weiteres erkennen, unter welch widrigen Umständen die manchmal stattfinden. Oder könnt ihr euch vorstellen, dass es lustig ist, bei minus 20° ein Fotoshooting durchzuziehen?

Doch, ist es. In dicken Klamotten jedenfalls. Deshalb gibt es auch dieses Bild von mir mit den etwas albernen Verrenkungen im Skianzug ;-) Es entstand am Neujahrsmorgen in der größten Wanderdüne Europas. Sie grenzt westlich an das kleine polnische Ostseebad Leba.

Die Ostsee erstarrt noch in Bewegung. Hier ein Wellental direkt vorm Strand.

Normalerweise ist Leba die beliebteste Sommerfrische für die Polen. Auch wegen der riesigen Wanderdüne. Doch am 1. Januar 2016 war dort keine Menschenseele. Bei minus 20° blieben die Silvesterberauschten wohl lieber im Bett. Der perfekte Moment also, um der Atmosphäre einer menschenleeren Wüste nachzuspüren.

In jenem Winter gab es keinen Schnee. Und bis zum 30.12. im Grunde auch nur graues Ekelwetter. Aber dann schlug die so genannte russische Kältepeitsche zu. Und da man in Leba, das etwa 500 km östlich von Berlin absolut ungeschützt an der Ostsee liegt, der russischen Grenze sehr nahe kommt, schlug sie dort wohl um so erbarmungsloser zu. Innerhalb von wenigen Stunden sank das Thermometer von knapp 10° über Null auf 10° unter Null. Nachts weiter auf minus 20°. Bei der Ankunft in Leba war der Hafen des beschaulichen Ortes noch eisfrei. Drei Tage lagen die Fischerboote bewegungslos im Eis. Sie waren eingefroren.

Das Seil im Vordergrund begrenzt die Gefahrenzone der Düne.

Für die schönsten Naturplätze gilt ja oft: Sie sind mit dem Auto nicht erreichbar. Die Sanddüne von Leba macht da keine Ausnahme. Man hat die Wahl zwischen einem 8 km und einem 16 km langen Fußmarsch am Strand entlang. Ich liebäugelte tatsächlich einen Moment mit dem längeren Weg. Aber am Ende tat es auch der Kürzere. Und bei dem kann man sogar schummeln und den größeren Teil der Strecke mit einem Elektrokarren zurücklegen ;-) Stellt ihn euch wie eine Art Lore vor. Zu allen Seiten offen, zugig. Wir froren erbärmlich und waren froh, als wir uns endlich wieder selbst bewegen mussten.

Aber warum genau tut man sich das an? Für mich ist Vor-Ort-Recherche die beste Inspiration. Ich brauche die Atmosphäre, um gut in die Story zu finden. Ich will wissen, wie der Ort der Handlung riecht. Wie es sich anfühlt, dort zu sein. Wie die Menschen ticken, die dort leben. Was sie glücklich macht und was traurig. Und was mich selbst mit diesem Ort verbinden könnte. Wenn ich durch die Straßen laufe, werde ich innerlich zu einem Protagonisten meiner Geschichte. Ich versuche, die Dinge mit seinen Augen zu sehen und mit seinem Herzen zu erfühlen. Was würde er tun, wenn er hier wäre? Und welche Auswirkungen hat das auf meinen Roman? Kann ich ihn so schreiben, wie ich es geplant habe? Oder habe ich plötzlich völlig neue Aspekte entdeckt, die ich berücksichtigen muss?

Was aus der Recherche in der polnischen Sahara wurde, wie die Wanderdüne von Leba auch genannt wird? Lest selbst. Hier ein Auszug aus dem Roman „Sand des Vergessens“, der 2016 erschien.

Die Wanderdüne erreicht eine Höhe von über 40 Metern.

Mir bleibt an dieser Stelle noch zu sagen, dass wir leider keinen heißen Tee dabei hatten und das Fotoshooting auch ziemlich kurz hielten. Zum einen, weil die Akkus unserer Kameras bei diesen Temperaturen innerhalb kürzester Zeit den Geist aufgaben. Und zum anderen, weil man sofort das Gefühl hatte einzufrieren, sobald man zum Stillstand kam oder gar die Handschuhe auszog, um die Kamera bedienen zu können. Der scharfe Wind ließ die minus 17° an jenem Tag wie minus 27 erscheinen …

Das war Teil 1 der Romanrecherchen in Eis und Schnee. Morgen lest ihr an dieser Stelle Teil 2. Dann über den Schneesturm, der für die Geschichte um »Die Schneemänner« zur Vorlage wurde.

Schneemänner Teil 12+13 erscheint später

Liebe Schneemänner-Fans,

das ist eine Entscheidung, die ich eigentlich nie treffen wollte. Immer bisschen enttäuschend, wenn der Erscheinungstermin eines Buches verschoben wird. Und bislang hab ich das vermeiden können. Jetzt allerdings muss ich zum ersten Mal auf euer Verständnis hoffen.

Der Jahreswechsel hat mich in meiner Kreativität ausgebremst. Trotz erhöhten Schokoladenkonsums. Manches ist nicht so gelaufen, wie ich gewollt hätte. Und dann hab ich gleich am 1.1. mein Vorhaben für dieses Jahr in die Tat umgesetzt und die Arbeit mit einer neuen Autorensoftware begonnen. Insbesondere das Erscheinungsbild der eBooks wird davon profitieren. Aber sich in neue Technik einzuarbeiten, bremst natürlich den Schreibfluss ebenfalls.

Nun bin ich endlich in Schwung gekommen. Die Geschichte nimmt Gestalt an. Doch den Zeitverzug kann ich leider nicht mehr wettmachen. Gerade das Finale dieses mehrteiligen Romans soll ein wirklich schönes werden, keine halbe Sache. Ich möchte, dass ihr begeistert seid.

Deshalb erscheint die voraussichtlich letzte Staffel der Schneemänner einen Monat später. Ich habe den Termin bei amazon um 30 Tage, also auf den 08.03.2019, verschoben. Sollte ich früher fertig sein, werden alle Vorbesteller automatisch auch früher beliefert. Ansonsten erfahrt ihr den aktuellen Stand der Veröffentlichung hier bzw. in den sozialen Medien.

In der Hoffnung darauf, dass ihr mir dennoch wohlgesonnen bleibt,

eure Nora

PS: Vielleicht ist euch in der Zwischenzeit der geheime SCHNEEMÄNNER-TALK ein kleiner Trost. Hier geht’s zu den ersten Gesprächen …

 

Der geheime Schneemänner-Talk

Paul und Jacob erweisen sich als echte Gentlemen. Sie wollen uns den Start ins neue Jahr versüßen. Cool, oder? Ab sofort dürfen wir sie belauschen. Ihre geheimen Gespräche. Die, die sie in den ersten Teilen der Schneemänner-Reihe führten, in denen wir die Story nur aus Louisas Perspektive lesen konnten. Sie gestatten uns sogar einen Blick in die Vor-Louisa-Ära. Auf jenen Tag, da sie in einer Kneipe zusammen saßen und auf die verrückte Idee kamen, sich eine Frau zu teilen …

Merkt euch also den 1. Januar 2019 vor. Da startet „Der geheime Schneemänner-Talk“ hier auf meinem Blog. Und ich bin schon total gespannt, Paul und Jacob mal von einer ganz anderen Seite zu erleben.

Eines muss ich euch übrigens gleich beichten. Die beiden sexy Ärzte legen Wert auf ihre Privatsphäre. Deshalb darf ich an dieser Stelle nur die ersten zwei Gespräche veröffentlichen. Ich musste versprechen, alle anderen ausschließlich für Newsletter-Abonnenten zugänglich zu machen. Schon bisschen merkwürdig, sie nehmen ja eigentlich nie ein Blatt vor den Mund. Aber wer weiß, worüber sie diesmal so reden wollen? Sind ja schließlich echte Männergespräche. Und vielleicht nicht alles jugendfrei *kicher. Lassen wir uns überraschen …

Ach ja – zur Newsletter-Anmeldung geht’s entweder oben rechts oder hier entlang :-)

Ich wünsche euch allen ein entspanntes Jahresende und viel Glück für 2019!

Eure Nora

Last-Minute-Geschenk für Männer

Ich hatte ja versprochen, euch den Titel des Buches zu verraten, das Louisa in der diesjährigen Weihnachtsgeschichte „Braven Mädchen schenkt er Schnee“ zum Weihnachtspräsent für einen Mann auserkoren hat. Bitte einmal Blick nach Links aufs Foto *lach.

Tatsächlich kann ich aus Erfahrung bestätigen, dass Männer erstens ziemlich überrascht sind, ein solches Buch zu bekommen, und zweitens definitiv darin schmökern. Schließlich will Man(n) wissen, ob er schon mit allen Wassern gewaschen ist oder noch Lernpotential hat.

Ob das bei Louisa funktioniert und worum es in diesem Buch überhaupt geht? Das lest ihr am besten selbst …

Aber ich freu mich natürlich zu erfahren, wie’s bei euch klappt. Könnt ihr mit diesem Geschenk einen Treffer landen? Schreibt mir gern eine Mail oder hinterlasst einfach einen Kommentar.

Viel Spaß mit dem überraschten Mann wünscht euch

Nora

Louisas Last-Minute-Weihnachtskuchen

Wer meine brandneue Weihnachtsgeschichte „Braven Mädchen schenkt er Schnee“ schon kennt, weiß, dass ich euch das Kuchenrezept versprochen habe, das Louisa noch am Abend vor Weihnachten zusammenrührt. Für den Fall also, dass sich bei euch am 1. Feiertag ganz überraschend Besuch ankündigt, seid ihr damit bestens gewappnet, um eine Runde von 6 Leuten glücklich zu machen *schmunzel

DER NUSSKUCHEN

Dieses Rezept hat inzwischen mindestens 50 Jahre auf dem Buckel. Selbst in meiner Familie war leider nicht mehr herauszufinden, woher genau es stammt. Nur eines ist sicher: Aus frühen DDR-Zeiten. Die Zutaten damals waren überschaubar, was man auch hier durchaus erkennen kann. Aber besteht das Geheimnis eines guten Kuchens nicht eben in der Einfachheit seiner Zubereitung?

DAS TIMING

Insgesamt braucht ihr etwa eine Stunde – dann könnt ihr euren Nusskuchen servieren. Plant für die Zubereitung des Teigs etwa 20 min ein, Backzeit etwa 15 min, hinterher 10 min abkühlen lassen, mit der Glasur überziehen und ein paar min trocknen lassen, während ihr schon mal den Kaffee kocht.

DIE ZUTATEN

Für den Original-Nusskuchen (meine Abwandlung steht jeweils in Klammern dahinter) braucht ihr:

  • 250 g Margarine
  • 250 g Zucker (eigentlich wird’s damit viel zu süß, zwischen 60 und 100 g genügen!)
  • 120 g Mehl
  • 130 g Stärkemehl
  • 4 Eier
  • 6 Teel. Kakao
  • 150 g Haselnüsse (besser Walnüsse und durchaus ein paar mehr)
  • eine Prise Backpulver
  • Puderzucker (meine Glasur ist ziemlich dünn, mir genügen deshalb 125 g)
  • Geheimzutat (tja … lest die Tipps)

Ich hab das Originalrezept ein wenig abgewandelt, weil z. B. viele auf Haselnüsse allergisch reagieren. Deshalb nachfolgend meine …

TIPPS bzw. was ich euch empfehle

Ich bin mir mit Louisa und Jacob (Paul hab ich nicht gefragt *grins) einig – Zucker in zu großen Mengen schadet den Zähnen (und ganz sicher nicht nur denen). Deshalb mein Tipp: Nehmt weniger als angegeben! Mir reicht tatsächlich ein Drittel der Menge. Kommt ja ohnehin noch eine Zuckerglasur drüber.

Womit wir bei meiner persönlichen Geheimzutat wären. Für die Glasur verrührt man normalerweise den Puderzucker mit ein wenig heißem Wasser. Ich nehme zusätzlich einen Schwapp Kokoslikör. Das verleiht dem Kuchen einen himmlischen Duft und kitzelt die Geschmacksnerven auf wunderbare Weise.

Statt Haselnüsse verwende ich Walnüsse. Die sind ein wenig weicher, müssen aber trotzdem gut zerkleinert werden. Ich war beim letzten Mal nicht akribisch genug und hatte deshalb Schwierigkeiten beim Schneiden (auf dem Foto unten an den Rissen in der Glasur zu sehen). An meinem Nusskuchen sind immer exakt 200 g Nüsse (das ist dann aber auch wirklich sehr nussig – quasi mehr Nuss als Teig *lach).

Beim Mehl hab ich letztes Mal auch experimentiert und die Hälfte des normalen Mehls durch Stärkemehl ersetzt. War keine gute Idee – der Kuchen wurde mir persönlich zu fluffig.

Was ich zusätzlich ergänze, ist ein Schluck Sprudel. Macht den Teig schön locker.

DIE BACKZEIT

Damit wird jeder von euch eigene Erfahrungen haben, je nach Herd. Meiner ist elektrisch. Ich nehme Unter-und Oberhitze und schiebe das Blech (ach so, diese Info braucht ihr natürlich noch – mein Nusskuchen ist ein Blechkuchen) bei 160° für 15 min in den vorgeheizten Ofen. Anschließend ausmachen und noch max.(!) 5 min drin lassen.

Wenn ihr euch, nachdem die Glasur fest geworden ist, ans Schneiden macht – bei mir sind es schmale Streifen, aus denen ich kleine Rhomben schneide. Aufbewahrung am besten in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank. Sollte dann ein paar Tage funktionieren.

Die Krönung zum Nusskuchen ist natürlich frische Schlagsahne. Da es bei mir Weihnachten immer auch eine Obsttorte gibt, hab ich die sowieso da.

Tja, das war’s. Ich drück‘ euch die Daumen für gutes Gelingen. Und freu mich natürlich, wenn ihr gelegentlich erzählt, ob euch Louisas Nusskuchen schmeckt.

Einen wundervollen 2. Advent wünscht euch

Nora

Jetzt zum News-Abo anmelden und gewinnen

UPDATE vom 13.12.2018 … Heute morgen hat meine Glücksfee in den Lostopf gegriffen und zehn Gewinner für die Buchpakete bestimmt. Alle zehn haben inzwischen eine E-Mail von mir erhalten, damit ich die Post noch vor Weihnachten auf den Weg bringen kann … Ihr anderen: Seid bitte nicht traurig! Ich habe mir schon eine neue tolle Sache ausgedacht. Nur ein wenig Geduld – vielleicht gibt’s die Info dazu bereits im allerersten Newsletter.

Genießt die Adventszeit, Eure Nora

 

Liebe Nora-Amelie-Fans,

endlich kann ich euch meinen NEWSLETTER präsentieren. Einmal monatlich informiert er über alle relevanten Neuigkeiten aus der Welt meiner Bücher. Aber entscheidet selbst: Was habt ihr von regelmäßiger Post?

Ich würde sagen, in jedem Fall die Nase vorn. Denn früher als alle anderen und vor allem unabhängig davon, ob ihr in sozialen Medien aktiv seid, erfahrt ihr:

  • Veröffentlichungstermine neuer Bücher
  • welche Geschichten wann geplant sind
  • was es Neues von meinen Protagonisten gibt (ich bitte den einen oder anderen ja gern mal zum Interview)
  • wann das nächste Gewinnspiel stattfindet und wie ihr mitmachen könnt
  • wie ihr euch als Testleser für einen noch unveröffentlichten Roman bewerben könnt
  • wann eine neue Leserunde oder Blogtour geplant ist.

Überzeugt euch das? Dann freue ich mich, wenn ihr meine Einladung zum Abo annehmt. Einfach den Blick nach rechts oben richten, ausfüllen und absenden.

Unter den Ersten, die sich für meinen Newsletter anmelden (und zwar bis zum 12.12.2018, Mitternacht), verlose ich signierte Taschenbücher, eBooks und Weihnachtspost. UPDATE: Das Gewinnspiel ist beendet, aber in den Newsletter könnt ihr euch weiterhin eintragen. Ich freu mich auf euch :-)

Im Detail sind das:
„Insel der Nachtigallen“, Teil 1 und 2 als Taschenbuch
„Die schottische Reise“, Teil 1 und 2 als Taschenbuch sowie den Band mit meinen Schottland-Anekdoten
„The Grey Days – Tangofieber“ als Taschenbuch
„The Grey Days – Bondagestory“ als Taschenbuch
„Die Schneemänner – Hallelujah“ als Taschenbuch, und zwar 5x
„Die Schneemänner“ als komplette Reihe im eBook-Format.

Die Verlosung und Benachrichtigung der Gewinner erfolgt am 13. Dezember per E-Mail. Eine öffentliche Bekanntgabe der Gewinner ist aus datenschutzrechtlichen Gründen ausgeschlossen. Teilnehmen können erwachsene Leser ab 18 Jahre.

Falls ihr euch jetzt nicht entscheiden wollt, dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Die Newsletter-Anmeldung steht euch jederzeit offen.

Für Newsletter-Anmeldung, Newsletter-Versand und Versand gewonnener Bücher gelten meine Datenschutzbestimmungen in der Fassung von Mai 2018 im Allgemeinen und die für den Newsletter im Besonderen, nachzulesen unter Punkt 12 der Richtlinien.

Eure Nora Amelie

PS: Für alle, die gerade mobil unterwegs sind und das Newsletter-Feld möglicherweise nicht dort sehen, wo es sein sollte – versucht’s mal über diesen Link.

„Die Schneemänner“ – Staffel 4 ist da

Lange erwartet und endlich da, die neue Staffel der SCHNEEMÄNNER. Glaubt man ersten Leserstimmen, ist es mehr ein Liebesroman, als dass die Erotik eine vordergründige Rolle spielt. Aber wen wundert’s? Schließlich ist Baby Sophie gerade erst ins Leben der Schneemänner-Familie gepurzelt …

Jedenfalls wird’s stressig für Paul, Jacob und Louisa. Denn nach der Geburt von Sophie spielen die Hormone verrückt. Bei allen dreien. Während Louisa unterm Babyblues leidet, kommt Paul plötzlich überhaupt nicht mehr raus aus dem Kuschelmodus. Jacob, wie immer der ausgleichende Part, hat sich auch verändert. Da muss es irgendein Geheimnis geben, mit dem er partout nicht rausrücken will.

Aus dem pikanten Abenteuer einer Silvesternacht ist richtig Beziehung geworden. Doch der Alltag der Schneemänner-Familie hat so seine Tücken …

Das eBook könnt ihr derzeit zum Freundschaftspreis bei amazon downloaden. Das Taschenbuch braucht noch ein paar Tage, erscheint aber auch demnächst. Mit Teil 10 und 11 ist die Geschichte jedoch noch nicht auserzählt. Zu Beginn des neuen Jahres erwartet euch Staffel 5 mit dem Finale :-) Damit ihr es nicht verpasst – Weihnachten und Silvester treiben den Stresspegel ja immer ordentlich in die Höhe – könnt ihr es in Kürze vorbestellen.

Wie das Cover für die neuen Schneemänner entstand

Cover der 1. Staffel

Erinnert ihr euch an das allererste Cover der Schneemänner-Reihe? Eine tief verschneite Winterlandschaft mit einem gemütlich wirkenden Reetdachhaus im Vordergrund. Bis heute liebe ich dieses Motiv. Allerdings ist bis heute auch fraglich, ob ein Liebesroman so aussehen darf. Das Feedback jedenfalls war geteilt und reichte von „oh, wie zauberhaft“ bis „ungeeignet“. Letzteres deshalb, weil das Cover leider nicht verriet, worum es denn eigentlich geht. Und weil man das Genre nicht erkannte.

Diese Diskussion war mir eine Lehre. Entsprechend intensiv grübelte ich darüber, wie die neue Schneemänner-Staffel aussehen sollte. Tage und Wochen vergingen darüber. Nichts passte. Und dann fand ich diese Grafik. Ich wusste sofort: Das ist es. Quasi wie gemacht für die Geschichte über Paul, Jacob und Louisa. Zwei Männer, eine Frau, dazu der Kinderwagen. Die Szene wirkt romantisch und macht doch neugierig. Denn man will sofort wissen: Welcher der beiden Männer küsst Louisa? Und wer sitzt da ein wenig abseits am Baum? Außerdem – was hat das zu bedeuten? Gibt es etwa Streit?

Entwurf für die neue Staffel

Der erste Cover-Entwurf war dann genau das – diese vielsagende Grafik auf makellosem, weißem Hintergrund. Ich fand ihn sehr elegant. Doch irgendwie schien was zu fehlen. Auch wenn groß und gut lesbar „Die Schneemänner“ drauf stand. Und auch wenn ich mich bei der Farbgestaltung von Grafik und Titel für eine ähnliche entschieden hatte, wie es sie beim Weihnachtsspecial gab. Irgendwie reichte das nicht. Ich brauchte mehr Bezug zu den alten Staffeln. Der Entwurf war einfach zu clean.

Also neue Überlegungen, weitere Versuche. Aber an der Eignung der Grafik hab ich keinen Moment gezweifelt. Und dann war sie wieder da, die passende Eingebung. Ein Hintergrundbild. Eines, das nur dezent durchscheint und dennoch Erinnerungen an die bereits erschienenen Staffeln weckt. Dafür kam aus meiner Sicht nur eines der alten Coverfotos infrage.

Finales Cover für Staffel 4

Wir haben mit allen dreien gespielt. Aber schnell stand fest: Es wird das von Staffel zwei. Die beiden Dachgauben im Hintergrund sehen doch aus wie geheimnisvolle Augen, die die Szenerie beobachten, oder?

Dann ist es nun Zeit, es euch zu zeigen – das Cover für die neuen Schneemänner. Ich hoffe, ihr mögt es ebenso wie ich :-)

 

 

Die Schneemänner – es geht weiter …

Für alle, die Kapitel 1 verpasst haben, hier der Link dorthin. Ansonsten: Habt viel Spaß mit der Fortsetzung :-)

„Die Schneemänner“ – Teil 10, Kapitel 2

Ich bin sofort wach, als ich Finchens Bewegungen neben mir spüre. Sie fuchtelt mit ihren Ärmchen in der Luft herum, strampelt, bewegt den Kopf und stößt ab und zu diese süßen Babylaute aus, in die ich so verliebt bin. Ich halte ihr meinen Zeigefinger hin und beobachte, wie sie für einen Moment in all ihren Bewegungen inne hält. Dann umklammert sie ihn mit den winzigen Händchen, guckt aufmerksam. Garantiert schielt sie dabei wieder ein bisschen. Als ich den Kopf hebe und ihren Blick suche, bilde ich mir ein, sie würde mich anlächeln.
»Guten Morgen, mein Schatz«, flüstere ich begeistert. »Lachst du mit mir? …« Ich kitzle ihren Mundwinkel und da ist es wieder. Eindeutig. Sie lächelt.
Paul behauptet, sie täte es noch nicht bewusst. Sehe ich anders. In fünf Tagen ist sie zwei Monate alt. Ich hab längst kapiert, dass alles, was mir meine Mutter über Babys erzählt hat, Ammenmärchen sind. Okay, nicht grundsätzlich. Aber irgendwie entwickeln sich nicht nur Teenager heute viel schneller als wir damals. Mit Babys muss das ähnlich sein.
Finchen ist ein kluges Kind. Sie reagiert auf das, was in ihrem Umfeld passiert. Sie dreht den Kopf nach uns, lauscht auf unsere Stimmen und sie lacht. Also, sie lacht, wenn wir lachen. Sie spiegelt uns. Das Köpfchen hält sie auch schon allein. Nicht mehr lange und sie fängt an, sich zu drehen. Sag mir noch mal einer, die ersten drei Monate wären die so genannte dumme Phase. Kann ich echt nicht bestätigen.

Ich umfasse das kleine Bündel im Schlafsack und ziehe es näher zu mir. Finchen wird unruhig. Sie weiß, was das bedeutet. Wie der Schnabel bei einem jungen Vogel öffnet sich ihr winziger Mund und beginnt, nach der Brust zu suchen. Gott, ist sie süß!
Hinter mir regt sich Paul. Noch während ich Finchen andocken lasse, schmiegt er sich an mich und umfasst uns beide. Seine Nähe tut gut. Ich mag es, seinen muskulösen Körper an meinem Rücken zu spüren. Als würde er mich beschützen wollen. Aber vor wem? Vor mir selbst vielleicht? … Na, das bringt mich glatt ins Grübeln. Schon wahr, dass ich in der Nähe meines Bad Boys entspannter bin und besser schlafen kann, als wenn ich allein im Bett läge. Er weiß das.
Der Einzige, der jetzt fehlt, ist Jacob. Na, wenigstens kriegt einer genug Schlaf. Er ist ja auch derjenige, der jeden Tag zur Arbeit muss.

Zehn Minuten hält es Paul noch im Bett. Die ganze Zeit über spüre ich nicht nur seine Bauchmuskeln, sondern auch seine Erektion. Kenne ich inzwischen von meinen Männern. Morgens könnte es im Grunde sofort zur Sache gehen. Früher war das auch so. Da haben wir einfach losgelegt, ob nun genug Zeit war oder nicht. Paul hat angeblichen Zeitmangel sowieso gern ausgenutzt. Um seine Dominanz zu demonstrieren. Wenn ich nicht schnell genug war, hatte ich eben Pech. Oder er hat mich einfach nur heiß gemacht und dann hängenlassen. Weil er sich super beherrschen kann. Obwohl, manchmal glaube ich, dass er hinterher beim Duschen noch Hand anlegte. Auch wenn er es regelmäßig abgestritten hat. Ich bin doch nicht blöd.
Na, egal. Jetzt jedenfalls müssen sie das regelmäßig tun, Hand anlegen, mein ich. Ich bin lustlos. So lustlos, wie man nur sein kann. Trotzdem rieselt mir ein sachter Schauer über den Rücken, als Paul mich heute so ausdauernd mit seiner Härte konfrontiert.

Eingedöst bin ich dann trotzdem. So viel also zur Erotik im Hause Friedländer, Scherzer und Bender. Ich bin zum Neutrum mutiert. Kein Wunder, dass sich meine beiden Liebhaber morgens regelmäßig aus dem Zimmer schleichen. Die Stille und Beschaulichkeit, mit der wir Mädels den Tag beginnen, sind zum Gähnen langweilig. Oft schlaf ich auch noch mal ein, wenn die Kleine trinkt.
Hört sich jetzt vielleicht super entspannt an. Aber am Anfang war das schwer zu ertragen. Ich hatte das ständige Gefühl, einen Rhythmus finden zu müssen. Man kann doch nicht stundenlang im Bett herumlungern, wenn jede Menge Dinge zu erledigen sind. Wenn draußen die Sonne scheint. Und wenn der normale Mensch, der ich vor nicht allzu langer Zeit mal war, längst seine Arbeit begonnen hat. Aber die Männer wollen, dass ich mich ausruhe. Sie meinen, ich soll den Ball flach halten. Sie bestehen darauf, dass ich mich nur um das Baby und mich selbst kümmere. Nicht mal an der Hausarbeit darf ich mich richtig beteiligen. Das müsste ich noch früh genug, sagt Paul immer. Er hat ja recht. Mir graut davor.
Wenn auch seine Vaterzeit vorüber ist, steh ich mit all den Dingen allein da. Waschen, putzen, Essen kochen. Und natürlich einkaufen. Im Moment fahren wir vormittags gemeinsam in den Supermarkt. Ich genieße es, neben ihm her zu schlendern und mich eigentlich nicht verantwortlich zu fühlen. Denn Paul kocht. Er entscheidet, was im Einkaufswagen landet. Wie ich das später allein auf die Reihe kriegen soll, ist mir noch ein einziges Rätsel. Aber andere Mütter schaffen das schließlich auch. Also tschakka, denke ich.

* * *

»Wir brauchen eine Haushaltshilfe«, meint Jacob beim Frühstück.
Und nein, ich hab vorhin nicht laut gedacht …
Wir sitzen zu dritt am großen Esstisch. Eine Armlänge entfernt von Butterdose und Honigglas thront Finchen in ihrer Babywippe und beobachtet, was um sie herum passiert. Sie hat die Poleposition inne. Wie jedes Wochenende. Und es scheint ihr ausgesprochen gut zu gefallen. Manchmal strampelt sie so heftig mit Armen und Beinen, dass man das Gefühl haben könnte, sie wolle sich in unser Gespräch einmischen. Aber vielleicht will sie auch nur ihre Wippe zum Schaukeln bringen. Wer weiß schon, was in so einem Winzling vorgeht. Dann wieder fixiert sie uns sekundenlang, um im nächsten Moment einen ganzen Schwall dieser undefinierbaren süßen Babylaute auszustoßen. Schon ’ne Marke, das Finchen. Wird bestimmt mal so ein Plappermaul wie ihre Mama.
»Wie stellst du dir das vor?«, frage ich kauend. »Fremde in unseren heiligen Hallen? Dann sind wir ja nie mehr allein.«
»Ach komm. Dass es auf Dauer ganz schön viel wird, zweihundert Quadratmeter allein in Schuss zu halten, wussten wir schon letztes Jahr«, wirft Paul ein.
Er hat recht. Sieben Zimmer und zwei Bäder, da kann man vorn wieder anfangen, wenn man hinten fertig ist.
»Und woher kriegen wir eine vertrauenswürdige Putzfrau? Ich kenne niemanden, den ich fragen könnte.«
Stimmt nicht ganz. Meine Mutter wiederholt in schöner Regelmäßigkeit ihr Angebot, mir ihre zu schicken. Aber um nichts in der Welt will ich Magda. Obwohl ich sie total nett finde. Und obwohl sie ihre Arbeit sicher gut macht – immerhin stellt sie meine Mutter zufrieden. Das will was heißen. Aber ich hätte ständig das Gefühl, sie schnüffele hier herum, um am Ende alles, was geschieht, brühwarm weiterzutragen. Der Supergau, kann ich nur sagen und denke daran, dass sich speziell meine Mutter immer noch nicht mit unserer Beziehungskonstellation abgefunden hat. Außerdem ist sie geschickt darin, andere auszufragen.
»Vielleicht sollten wir erst mal überlegen, wofür wir sie brauchen«, schlägt Jacob vor. Dann hebt er seine Tasse. »Noch jemand?«
Ich halte ihm meine hin. Doch Paul schüttelt den Kopf und zeigt auf die Teekanne, die schon bereit steht. Ich kriege also eine neue Tasse, und Jacob schenkt mir frisch gebrühten Kräutertee ein, während der Automat für ihn selbst einen herrlich duftenden doppelten Espresso zubereitet. Hab ich eigentlich schon gesagt, dass ich Stillen gerade hasse?
»Einkaufen und kochen muss sie nicht«, meint Paul. »Aber die Bäder und die Zimmer kann sie übernehmen. Meinetwegen auch die Wäsche.«
Ich widerspreche, weil ich glaube, dass Paul, wenn er wieder arbeitet, weder täglich zum Supermarkt noch zum Kochen kommt. Aber waschen wäre in jedem Fall gut. Wir haben uns gegen Pampers entschieden. Finchen trägt ganz altmodisch echte Windeln. Das heißt, allein davon fällt pro Tag ein ganzer Haufen an.
Ehe wir uns versehen, sind wir mitten drin in einer Grundsatzdiskussion.
Glücklicherweise macht sich bei unserer Prinzessin kurz darauf auch der Hunger bemerkbar. Irgendwie bin ich froh darüber und verziehe mich zum Stillen wieder ins Schlafzimmer.
Tja, das sind derzeit meine Wege. Vom Schlafzimmer ins Bad, vom Bad in die Küche und wieder zurück ins Schlafzimmer. Okay, irgendwann zwischendurch sitz ich auf unserer Terrasse. Und meistens kommt ein Spaziergang dazu. Die Männer wollen, dass Finchen und ich regelmäßig frische Luft tanken. Aber viel mehr ist nicht drin.
Wird sich hoffentlich bald ändern. Gefühlt tue ich in letzter Zeit wirklich nichts anderes, als das Baby zufrieden zu stellen. Ich hab schon vor der Geburt gelesen, dass die Kleinen mindestens achtmal am Tag trinken sollen. Meine Mutter hat zwar vehement dagegen plädiert, als ich mein neu erworbenes Wissen heraus posaunte. Aber ihre Schwangerschaft liegt erstens Ewigkeiten zurück. Und zweitens herrschten damals noch ganz andere Ansichten, was Kindererziehung betraf. Ich bin im Osten groß geworden. Muss ich nichts weiter erklären, oder?
Jedenfalls, nach meiner Rechnung ergeben acht Mahlzeiten einen Rhythmus von drei Stunden. Finchen hält leider nur zwei durch bis zur nächsten und diese Tatsache versetzt mich unweigerlich in den Status einer Milchkuh.
Zieht mich an manchen Tagen ganz schön runter, diese Erkenntnis. Dann könnte ich stundenlang heulen und mich vor der ganzen Welt verstecken. Wenn Paul und Jacob nicht wären mit ihrer Engelsgeduld, Finchen hätte es nicht leicht mit mir.

Als sie eine halbe Stunde später satt ist und fast eingeschlafen, kuscheln wir uns wieder in die Kissen. Auch so eine Sache, über die wir ewig diskutiert haben. Darf das Baby mit in unser Bett? Viele Ratgeber sagen ’nein‘. Mein Bauch hat sich für ‚ja‘ entschieden. Die beiden Papas musste ich nicht lange überreden. Die fanden den neuen Untermieter im Schlafzimmer eigentlich nur gewöhnungsbedürftig, meine Argumentation aber absolut nachvollziehbar. So schläft Finchen zwar tagsüber in ihrer Wiege. Aber sobald sich einer von uns mit hinlegt, wechselt sie ins große Bett. Wir lieben es alle drei, ihr beim Einschlafen zuzusehen, uns davon anstecken zu lassen und schließlich selbst wegzudämmern.

Ich glaube, diese intensive Nähe tut ihr gut. Ganz grundsätzlich. Ob sie nun schläft oder wach ist. Deshalb tragen die Männer sie auch ständig mit sich herum. Mal mit, mal ohne Tuch. Sie sagen immer, es sei eine Art Ausgleich für die Zeit, die sie ausschließlich mit mir verbringt. Damit sie zu ihnen eine ähnliche Beziehung aufbauen kann wie zu mir. Über diese Hoffnung könnte ich, wenn ich wollte, milde lächeln. Eine stillende Mutter ist für so ein Neugeborenes nun mal der wichtigste Mensch auf Erden. Aber wer sagt mir, dass der Vater nicht genauso wichtig ist? Wäre doch ganz schön anmaßend, wenn ich die Vater-Kind-Beziehung kleinreden würde.
Vater-Kind-Beziehung. Ich verziehe den Mund. Unser größtes Problem. Monatelang waren wir uns einig darin, vorläufig keinen Vaterschaftstest zu machen. Aber neuerdings will Jacob doch einen. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Vor allem nicht, was ich mache, wenn seine Forderung nachdrücklicher wird. Bisher bin ich jeder längeren Diskussion darüber aus dem Weg gegangen. Aber ich spüre, dass der Moment der Entscheidung näher rückt.

Warum ich Angst davor habe? Weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, was passiert, wenn das Ergebnis feststeht. Es ist klar, dass nur einer von beiden Sophies Vater sein kann. Unter uns gesagt, vermute ich, es ist Paul. Aber ebenso klar ist meiner Meinung nach, dass der, der es nicht ist, tief enttäuscht sein wird. Sich vielleicht sogar von uns abwendet. Und genau dieses Szenario macht mir eine Heidenangst …

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