DIE SCHNEEMÄNNER Teil 4 erschienen

die-schneemaenner-4-kleinerPünktlich zum Jahreswechsel geht die Geschichte um Jacob, Paul und Louisa weiter. Dabei stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, eine Beziehung zu dritt zu führen. Vor allem fragt sich: Ist hier überhaupt wer in wen verliebt?

Textauszug:
… „Das war echt nicht geplant, meine Hübsche. Eigentlich ging es eher um so etwas wie ‚Bad Boy, good Boy‘.“ Er greift mir ins Haar und zieht meinen Kopf leicht zur Seite, damit er meinen Hals besser erreicht. „So schlimm?“, fragt er dann.
„Schlimm ist gar kein Ausdruck“, flüstere ich.
Er hat mich längst. Ich schmelze schon wieder dahin. Die fiese Nummer in Jacobs Praxis rückt in weite Ferne. Ich konzentriere mich nur noch auf das, was in diesem Moment geschieht. Als ich kurz davor bin, mich tief in mein Gefühl fallen zu lassen, schiebt Paul mich sanft von sich.
„Komm, hoch mit dir. Ich mach es wieder gut.“
Er steigt aus der Wanne, greift nach einem Badetuch und hält mir die Hand hin …

DIE SCHNEEMÄNNER 4 – Paul. Als ebook auf amazon, aktuell für 0,99 €.

Die Schneemänner – Pauls dunkle Seite


Wer ist Paul?
Während eines nächtlichen Gesprächs zwischen Louisa und Jacob stellt sich heraus, dass Paul seine Vorliebe für BDSM gern in entsprechenden Clubs auslebt. Im Gegensatz zu Jacob ist Paul bislang zwar noch nicht in einem früheren Roman aufgetaucht. Aber den Club, den er hin und wieder besucht, kennen Leser meiner Bücher tatsächlich bereits. Schauen wir uns diese „Örtlichkeit“ durch die Augen einer Frau an. Marlena – Hauptfigur in „The Secrets of Grey Days“. Denn Pauls Spielplatz ist der BDSM-Club von Marlenas Partner Alex …

Es gab eine breite gekieste Auffahrt, die in sanften Schwüngen durch den Park direkt zum Haus führte. Nichts ließ erkennen, was sich hinter der Fassade verbarg. Die wenigen geparkten Fahrzeuge seitlich vom Gebäude konnte man locker für zum Eigentümer gehörige halten. Marlena wäre jede Wette eingegangen, dass die meisten Leute in dieser Gegend keine Ahnung von der Obsession ihres Nachbarn hatten. Hier lebten offensichtlich Menschen, die gern unter sich und ihresgleichen blieben. Was ganz gewiss nichts mit dem üblichen nachbarschaftlichen Gebaren gemein hatte, sich gegenseitig regelmäßig zu besuchen oder Gespräche über den Gartenzaun zu führen. Gesellschaften zu geben, war hier normal …

Während sie durch das Haus spazierten, geriet ihr Gespräch vorübergehend ins Stocken. Grund war Marlenas steigende Anspannung, als sie durch eine weitere Flügeltür einen langen breiten Korridor betraten. Er war mit dicken Teppichen ausgelegt, die ihre Schritte schluckten, und hatte Wände in Bordeauxrot. Sie waren weiß abgesetzt und immer wieder unterbrochen von schwarzen Marmorsäulen auf ebenfalls weißen Sockeln. Links fiel der Blick durch hohe Sprossenfenster hinaus auf den Vorplatz des Hauses. Rechts gab es Türen, die Vincent unbeachtet ließ. Nirgends ein Hinweis darauf, was den Gast hier tatsächlich erwartete. Selbst die Bücher in den wandhohen Regalen, die in regelmäßigen Abständen in die Mauern eingelassen waren, verstärkten eher den Eindruck eines Wohnhauses, als dass sie auf bizarre Aktivitäten hinwiesen …

’Die Räumlichkeiten im Westflügel führen bewusst in die Irre und erwecken den Anschein eines Labyrinths’, hatte Vincent ihr erläutert, als er sie bei ihrem ersten Besuch hier in den Teil des Hauses geführt hatte, der ausschließlich Clubmitgliedern vorbehalten war.
Sie folgten einem langen Gang, an dessen Seiten Metallkonstruktionen aufgereiht waren. Wie die Inneneinrichtung eines Gefängnisses sah es aus.
’Unsere Käfige. Das Zur-Schau-Stellen ist eine gern erteilte Strafe’, hörte sie Vincent erneut in ihrem Kopf. Sie hatte damals sofort gewusst, dass sie so etwas hassen würde. Die Käfigtüren waren mit massiven Vorhängeschlössern versehen. In manchen gab es schmiedeeiserne Ringe mit langen Ketten daran oder Stahlfesseln für Fuß- und Handgelenke. Die Käfige selbst waren kaum mannshoch. Offensichtlich war ein aufrechter Stand darin nicht vorgesehen.

Als sie die Treppe zur unteren Etage erreichten, stockte Marlena beinahe der Atem. Der Keller. So ganz und gar klischeehaft, wie man sich das überhaupt vorstellte. Hier war das Licht spärlich. Der Schein leicht rußender Fackeln flackerte über rau verputzte Wände und warf Schatten. Links und rechts des Ganges ließen vergitterte Fenster den Blick in verschiedene Kammern zu. Einige davon kannte sie inzwischen. Ohne hinzusehen, wusste sie von dem Gebilde aus Leder, das an Ketten von der Decke der ersten Kammer hing und wie eine grobe Flechtarbeit wirkte. Sling oder Liebesschaukel nannte man das. Auch mit dem Pferd in der nächsten hatte sie bereits Bekanntschaft geschlossen. Mit ihm und der Kollektion von Peitschen an der Wand daneben, deren Namen und Bestimmung sie sich immer noch nicht vollständig eingeprägt hatte.
Weiter hinten in den Räumen gab es eine Art Spinnennetz aus dünnen Ketten, mehrere Andreaskreuze in verschiedenen Größen und mit den unterschiedlichsten Utensilien bestückt und einen gynäkologischen Behandlungsstuhl, bei dem sie Alex im Verdacht hatte, dass er ihn aus seinen eigenen Beständen rekrutiert hatte. An die überall herumstehenden, lederbezogenen Holztische, die durch daran befestigte Haken und Ösen auffielen, an die Seilzüge und diverse andere Gerätschaften, vor denen sie sich geradezu fürchtete, mochte sie gar nicht erst denken …

Jetzt stellt sich natürlich sofort die Frage, ob Paul Louisa jemals in diesen Club mitnehmen wird. Und wenn, ob sein Freund Jacob dann wieder in die Rolle des stillen Beobachters schlüpft? Oder wird er eher verhindern, dass Paul mit Louisa seine Spiele treibt?

Wir werden es bald wissen. DIE SCHNEEMÄNNER Teil 4 erscheint am 26. November und eröffnet Staffel zwei der ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte 🙂