Das Hühnergott-Gewinnspiel startet

Ihr Lieben,

auch zum diesjährigen Sommerroman gibt es wieder ein Gewinnspiel mit tollen Preisen. Und diesmal ist für jeden Gewinner auch ein ganz besonderer Glücksbringer dabei.

Was müsst ihr tun, um eure Chance zu nutzen?
Die Gewinnspielfrage bezieht sich auf den Inhalt der Geschichte, also lest „Hühnergott und fromme Wünsche“ ;-) Und dann beantwortet bitte folgende Frage: Wer oder was jagt Lena einen ordentlichen Schrecken ein? (Bitte die konkrete Bezeichnung) … Eure Antwort schreibt mir per Mail unter dem Stichwort HÜHNERGOTT an nora(äht)nora-amelie.de. Nennt für die Verlosung bitte auch euren Namen, Mailadresse und Anschrift, damit euch im Gewinnfall meine Post erreicht.

Meinen neuen Sommerroman „Hühnergott und fromme Wünsche“ findet ihr auf amazon als eBook und als Taschenbuch.

Einsendeschluss: 15.08.2020, 24 Uhr

Was gibt es zu gewinnen?
Unter allen Teilnehmern verlose ich wieder 5 Gewinne. Dazu gehören:

  • 3 signierte Taschenbücher von „Hühnergott und fromme Wünsche“
  • 1x der wundervolle Kinofilm »Die Ostsee von oben« auf DVD
  • 2 zauberhafte Notizhefte aus der Papeterieserie ‚gefährlich schön‘
  • 1 niegelnagelneuer DUMONT Bildatlas der Ostseeküste in MV
  • 1 Buch mit dem Titel »Feuersteine – Hühnergötter«
  • 5 echte Hühnergötter aus meiner persönlichen Sammlung 

Teilnahmebedingungen: Mitmachen könnt ihr, wenn ihr volljährig seid und euren Wohnsitz in Deutschland habt. Die fünf Gewinner werden bis zum 17.08.2020 per Los ermittelt (unter Ausschluss des Rechtsweges) und auf meiner Webseite und im Newsletter bekanntgegeben, aus Datenschutzgründen jedoch nur mit Vornamen und Wohnort. Die Benachrichtigung der Gewinner erfolgt am 18.08.2020 per Mail. Sollte ein Gewinner seinen Gewinn nicht bis zum 20.08.2020 per Mail bestätigt haben, wird neu verlost. Der Versand der Gewinne erfolgt nach Bekanntgabe der Gewinner.

Datenschutz: Eure Mails an mich werden nach Ende des Gewinnspiels, spätestens nach Versand der Gewinne, gelöscht. Eure Namen und Mailadressen benutze ich ausschließlich für die Verlosung im Rahmen dieses Gewinnspiels, sie werden anschließend ebenfalls gelöscht. Weitere Hinweise zum Datenschutz findet ihr hier auf meiner Webseite.

Der Veranstalter dieses Gewinnspiels bin ich, Nora Amelie. Und ich wünsche euch ganz viel Spaß mit »Hühnergott und fromme Wünsche« und natürlich beim Rätseln um Lenas Schrecksekunde :-)

Ich bin gespannt auf eure Lösungsvorschläge.

Eure Nora

GEWINNSPIEL zu „Kilted Love“

Ihr Lieben,

wie bereits angekündigt, gibt es zum Erscheinen meines neuen Romans „Kilted Love“ wieder ein Gewinnspiel. Wer also schon immer mal einen Blick unter den Kilt eines Schotten werfen wollte, sollte sein Glück wagen *kicher … Aber im Ernst: Ich hab mir einiges einfallen lassen, damit ihr Spaß habt.

Was müsst ihr also tun?
Natürlich zunächst einmal „Kilted Love“ lesen. Denn nur dann wird es euch gelingen, die Frage zum Gewinnspiel zu beantworten. Sie lautet: Welche 2 Buchstaben hat Fionas Mutter in das Liebesherz am Baum geritzt? Kennt ihr die Antwort, dann schreibt mir eine Mail unter dem Stichwort GEWINNSPIEL an nora(et)nora-amelie.de. Nennt für die Verlosung bitte auch euren Namen und die Mailadresse, damit ich euch erreichen kann.

Einsendeschluss: 19.04.2020, 24 Uhr* – wegen erheblicher Lieferverzögerungen bei den Taschenbüchern verlängert bis zum 22.04.2020, 24 Uhr.  Der Rest des Zeitplans bleibt bestehen.

Was gibt es zu gewinnen?
Unter allen Teilnehmern verlose ich insgesamt 5 Gewinne. Dazu gehören:

  • ein großformatiges, auf Leinwand gezogenes Foto, das ich von meiner Recherchetour durch Schottland mitgebracht habe (der Gewinner kann aus 3 Motiven wählen)
  • 3 signierte Taschenbücher von „Kilted Love“
  • ein großes Album der schottischen Kultband Runrig mit 6 CDs
  • ein Buch mit Fotos von 101 Männern im Kilt, damit die Frage der Fragen endlich mal geklärt werden kann ;-)
  • ein Reise-Wörterbuch für den, der sich in Schottland auf Gälisch verständigen will
  • ein schottisches Märchenbuch
  • eine Karte sämtlicher Outlander-Filmlocations mit Beschreibungen, welche Szene wo gedreht wurde
  • mehrere Karten der Isle of Skye und der nördlichen Highlands.

Teilnahmebedingungen: Mitmachen könnt ihr, wenn ihr volljährig seid und euren Wohnsitz in Deutschland habt. Die fünf Gewinner werden bis zum 26.04.2020 per Los ermittelt (unter Ausschluss des Rechtsweges) und hier sowie im Newsletter bekanntgegeben, aus Datenschutzgründen jedoch nur mit Vornamen und Wohnort. Die Benachrichtigung der Gewinner erfolgt am 27.04.2020 per Mail. Sollte ein Gewinner seinen Gewinn nicht bis zum 30.04.2020 per Mail bestätigt haben, wird neu verlost. Der Versand der Gewinne erfolgt aufgrund der aktuellen Situation erst nach bundesweiter Aufhebung der Kontaktsperre. Wegen des konkreten Termins setze ich mich mit den Gewinnern persönlich in Verbindung.

*Vorsichtshalber weise ich darauf hin, dass sich aus aktuellem Anlass auch der Einsendeschluss für das Gewinnspiel nach hinten verschieben kann. Das ist wiederum abhängig von der Lieferbarkeit der Taschenbücher – damit alle Leser dieselben Teilnahme-Chancen haben. Weitere Termine würden entsprechend angepasst werden.

Datenschutz: Eure Mails an mich werden nach Ende des Gewinnspiels, spätestens nach Versand der Gewinne, gelöscht. Eure Namen und Mailadressen benutze ich ausschließlich für die Verlosung im Rahmen dieses Gewinnspiels, sie werden anschließend ebenfalls gelöscht. Weitere Hinweise zum Datenschutz findet ihr hier auf meiner Webseite.

Der Veranstalter dieses Gewinnspiels bin ich, Nora Amelie. Und ich wünsche euch ganz viel Spaß mit »Kilted Love« und beim Rätselraten :-)

Bis bald, bleibt gesund und genießt trotz allem das Osterfest!

Eure Nora

 

Die Gewinner stehen fest!

Für die Auslosung der Gewinner des Weihnachtsgewinnspiels 2019 habe ich mir Verstärkung geholt. Da meine beiden kleinen Glücksengel leider verhindert waren, musste ein großer Hand anlegen, wie ihr auf nebenstehendem Foto erkennt ;-)

Die drei Gewinner sind inzwischen benachrichtigt. Über den Hauptpreis darf sich Zita N. freuen. Die beiden anderen Preise gehen an Kirsten H. und Selina R.

Und jetzt wollt ihr sicher auch die Auflösung erfahren, oder? Die ist spannend. Denn einen ganz speziellen Titel hat niemand von euch erraten. Dabei handelt es sich ausgerechnet um eines der bekanntesten Weihnachtslieder überhaupt ;-)

Folgende Lieder sind im »SchneeblumenZauber« zu finden:

Walking in a Winterwonderland (Kap. 1)
O du Fröhliche (Kap. 5)
Stille Nacht, heilige Nacht (Kap. 5)
Leise rieselt der Schnee (Kap. 5)
Alle Jahre wieder (Kap. 7)
Schneeflöckchen, Weißröckchen (kap. 7)
Sind die Lichter angezündet (Kap. 7)
Jauchzet, frohlocket! (Kap. 7)
Jingle Bells (Kap. 12)

Ein großes DANKE an alle, die bei diesem Gewinnspiel mitgemacht haben! Und bitte nicht traurig sein, wenn euch das Glück diesmal nicht hold war. Ich plane nämlich gerade schon das erste Gewinnspiel für 2020. Es hat wieder mit einem neuen Roman zu tun. Und ich glaube, ich kann euch überraschen ;-)

Bleibt also schön neugierig und vor allem: HAPPY NEW YEAR 2020!

Eure Nora

 

Wie man mühelos eine Rezension schreibt. Beispiele und Tipps

Lesern ein neues Buch zu präsentieren, ist unglaublich aufregend. Nach monatelanger Arbeit und dem finalen Stress, der direkt vor der Veröffentlichung einsetzt, freut sich der Autor auf jenen Moment, da sein Buch ganz offiziell das Licht der Welt erblickt. Aber dann geht die Aufregung von Neuem los. Das Warten auf die ersten Rezensionen. Und die bange Frage: Wie gefällt den Lesern die Geschichte?

Oft beweist die Fanpost: gut. Doch viele Fans schreiben auch, dass sie sich nicht trauen, eine Rezension abzugeben. Das hätten andere schon getan, die sich viel besser ausdrücken können …

Glaubt mir, niemand versteht eure Bedenken so gut wie ein Autor. Schreiben ist zwar unser Job. Doch auch wir sind nicht vollkommen, machen Fehler, finden nicht immer den richtigen Ton oder die richtigen Worte. Menschlich, oder? Und kleine Schwächen machen doch sympathisch :-)

Weil Rezensionen für unsere Bücher so wichtig sind und oft über Top oder Flop entscheiden, möchte ich euch ermuntern: Schreibt Bewertungen, wenn euch eine Geschichte gefallen hat. Denn Bestseller werden von Fans gemacht :-) Und damit ihr wisst, wie man schnell und mühelos eine kurze Bewertung verfasst, hier ein paar Tipps mit Beispielen.

WIE MAN SCHNELL UND MÜHELOS EINE REZENSION SCHREIBT

>>> Knapp und deutlich. Klar sind lange Rezensionen schön und gehen runter wie Öl, aber auch ein Zweizeiler macht das Autorenherz glücklich. Beschreibt einfach euer Grundgefühl beim Lesen und gebt eine Empfehlung. Fertig.

Beispiel: Die Geschichte hat mich total mitgerissen. Figur xy gefiel mir besonders gut. Volle Leseempfehlung von mir.

>>> Sucht euch einen Aufhänger. Wenn ihr nicht wisst, wie ihr euren Text anfangen sollt, ist so ein Aufhänger eine gute Idee. Beispielsweise könnt ihr dafür das Cover nehmen, den Einstieg in die Geschichte oder eine bestimmte Figur. Auch besondere Handlungsorte oder besondere Szenen eignen sich dafür. Oder die Situation, in der ihr auf das Buch aufmerksam geworden seid.

Beispiel 1: Ich liebe die Küste und mache oft Urlaub dort. Romane, die an der Küste spielen, lese ich deshalb besonders gern. Die Autorin hat die Stimmung so eingefangen, dass ich gleich wieder Lust hatte, ans Meer zu fahren. Tolle Geschichte. Ich empfehle sie gern weiter.

Beispiel 2: Figur xy hat mich sehr berührt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Ähnliche Gedanken und Gefühle hatte ich auch schon mal. Am liebsten hätte ich ihr zugerufen: … ODER: Ich fand es spannend zu sehen, wie sich Figur xy im Laufe der Geschichte entwickelt hat. Von mir gibt’s so und so viel Sterne und eine Leseempfehlung.

Beispiel 3: Ich hab das Buch gekauft, weil ich das Cover so toll finde. Es hat meine Neugier auf die Geschichte sofort geweckt. Und am Ende kann ich sagen: Gut, dass ich auf meinen Bauch gehört hab. Die Geschichte um Figur xy hat mir gut gefallen.

>>> Schreibt fiktive Post an den Autor. Ja, im Ernst. Stellt euch vor, ihr würdet dem Autor eine kurze Mail schreiben und Feedback zu seinem Buch geben. Das kann bei einer Schreibblockade auch helfen.

Beispiel: Liebe Autorin xy, ich habe gerade dein Buch gelesen und wollte einfach nur sagen, dass es mir gut gefallen hat. Ich mag deine Geschichten und wie du sie erzählst. Bin schon gespannt auf die nächste. Von mir kriegst du gern eine Leseempfehlung.

DAS SOLLTET IHR NOCH WISSEN

Eine Rezension ist eigentlich auch nur ein Kommentar. Und auf Facebook oder Instagram gibt man ja häufig welche ab. Wenn ich auch weiß, dass viele dort nur stille Mitleser sind. Aber sich vorzustellen, man schriebe mal eben einen kurzen Kommentar, lässt die Hemmschwelle für eine Rezension sicher sinken.

Keine Sorge wegen der Rechtschreibung! Denn fast alle Programme, in denen ihr einen Text verfasst – selbst ein Messenger – korrigieren eure Fehler oft schon von selbst. Und falls es euch noch nicht bewusst war, auch Autoren lassen ihre Texte korrigieren ;-)

Soweit meine Tipps für eure nächste Rezension. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Mut machen, und bin gespannt, ob mein Beitrag für euch hilfreich ist. Schreibt das gern in die Kommentare.

Ach so, eines noch: Teilt diesen Beitrag gern in euren Netzwerken. Andere Leser können diese Tipps bestimmt auch brauchen und sind euch dankbar :-)

Eure Nora

Schneemänner-Talk, das ganze Buch

Nun ist es soweit – der komplette Schneemänner-Talk ist als Buch erschienen. Fast 30 Talks, die meisten davon vollkommen neu für euch, bilden eine Geschichte, in der es vordergründig um die Sicht des Mannes auf seine Traumfrau geht. Insgesamt etwa 150 Taschenbuch-Seiten amüsante Männergespräche erwarten euch.

Bei der Covergestaltung gehe ich diesmal gänzlich neue Wege. Schreibt mir gern in die Kommentare, wie ihr das Ergebnis findet ;-) Bin gespannt.

Das eBook gibt’s derzeit zum Freundschaftspreis von 0,99 € statt 2,99 €. Das Taschenbuch wird in Kürze auch zur Verfügung stehen. Beide Ausgaben findet ihr dann auf amazon.

Habt Spaß beim Lesen! Und wenn ihr im Anschluss eine kurze Rezension auf amazon hinterlasst, freue mich mich riesig.

Eure Nora

Der neue von E L James: THE MISTER

Achtung, Spoiler – überall im Text ;-)

Die Geschichte, die im neuen Roman von E L James erzählt wird, lässt sich mit wenigen Worten erklären. Reicher Weiberheld trifft arme Putzfrau und findet in ihr die große Liebe. So die Kurzfassung. Aber auch die Langversion hört sich nicht viel anders an: Vermögender englischer Adliger mit einem Faible für unverbindliche One Night Stands, entdeckt, dass Frauen nicht nur als Bettgespielin taugen, sondern auch zur Partnerin auf Augenhöhe – wenn man den sozialen Graben mal außer acht lässt.

Von dieser dürftigen Story abgesehen, gibt es im neuen Roman von E L James vor allem eines: Sehr viel Sex. Und zwar ab der Hälfte und dann 20 % lang (ich hab das eBook gelesen) nichts anderes mehr. Übrigens wenig romantisch und zum Gähnen langweilig. Immer wieder stöhnt sie, Alessia, »Ah« und immer wieder möchte er, Maxim, dass sie ihn überall berührt. Zwar ist BDSM diesmal kein Thema, aber die Schwäche von Frau James für Jungfrauen unübersehbar. Als die Defloration endlich über die Bühne ist, fragt sich die Leserin unweigerlich: Was könnte mich denn jetzt noch überraschen? Immerhin haben wir zu diesem Zeitpunkt noch die Hälfte der Geschichte vor uns.

Vorsorglich hat die Autorin also einen parallelen Handlungsstrang aufgezogen. Wahrscheinlich für all jene, die mehr Story statt Cornwallsche Groschenromanromantik brauchen. Alessia, die Putzfrau, stammt deshalb aus Albanien und ist unter falschen Versprechungen nach London gelockt worden. Als ihr bewusst wird, dass sie von nun an als Prostituierte arbeiten soll, flieht sie. Und der Leser vermutet richtig – Menschenhandel! Das gibt Ärger. Gibt es auch. Aber der hält sich so dermaßen in Grenzen, dass man ihn wirklich nicht ernst nehmen kann. Zwei osteuropäische Kriminelle, die beim Versuch, das entflohene Mädchen zurückzuholen, an einer alten Flinte scheitern. Spannung fühlt sich anders an.

Dabei hätte das Thema Menschenhandel Potenzial gehabt. Doch Frau James bügelt es ab, als ginge es um den Diebstahl von Zigaretten. Eigentlich nicht zu fassen, diese Ignoranz. Ich meine, warum denkt sie sich einen solchen Plot aus, wenn sie nicht gewillt ist, ihm Rechnung zu tragen? Und zwar so, wie es sich für eine ernsthafte, engagierte Autorin gehört? Dass sie an dieser Stelle so versagt, ist etwas, das ich ihr sehr nachtrage.

Auch Maxims angeblich »dunkles« Geheimnis, wie es im Klappentext heißt, gibt nichts her. Er hat seiner geliebten Putzfrau nämlich verschwiegen, dass er ein reicher Adliger ist. Auweia, wie böse. Daran könnte die Liebe der beiden wirklich scheitern, oder nicht? Frau James zumindest glaubt, uns das weismachen zu müssen. Bei etwa 74 % schickt sie Alessia auf die Flucht, als Maxims »dunkles« Geheimnis auffliegt. Diese Flucht dauert bis 75 %. Dann hat Mylord seine Alessia eingeholt, alles erklärt und sie zurückgewonnen. Der neuerliche Versuch der Autorin, Spannung aufzubauen, ist damit wieder mal für die Katz. Und als Leserin fühle ich mich so richtig vera…

Aber plötzlich und unerwartet geschieht dann doch noch ein Wunder. Auf den letzten Metern vorm Finale (äh, welches Finale eigentlich?) fällt der Autorin ein, dass sie die Sache mit dem Menschenhandel wohl nicht so stehen lassen kann. Was also tun? Sie könnte dem Traumpaar ja den von Alessias Vater ausgewählten Bräutigam auf den Hals schicken könnte, natürlich mit unehrenhaften Absichten. Aber nein, auch das wird nicht wirklich ein Twist. Fühlt sich eher an wie ein zu spät serviertes, fades Dessert.

Sonst noch was zu meckern? Na ja, der eingefleischte Fifty-Shades-Leser vermisst gewiss die luxuriösen Firmensitze, Partys und Privatjets und muss sich stattdessen mit schnödem Tontaubenschießen und einem Mann zufriedengeben, der wohl ein Romantiker werden sollte, aber wie ein Weichei wirkt und nicht eine Winzigkeit bad. Gott, sind wir heute wieder ironisch ;-)

Dass ich neugierig auf diese Geschichte war, mag ich am Ende fast nicht mehr glauben. Klar machen Autoren nicht jeden Tag einen solchen Wurf wie E L James damals mit »Fifty Shades of Grey«. Aber dass sie ihren neuen so dermaßen im Abseits landet?
Merke: Wie wir alle kocht sie eben auch nur mit Wasser. Und um im Bild zu bleiben – schließlich liebt Frau James Tee: Ein First Flush ist THE MISTER definitiv nicht. Eher ein Beuteltee mit einem undefinierbaren Aroma, den man in jedem Supermarkt zu kaufen kriegt.

Mein Fazit: THE MISTER von E L James ist eigentlich nicht der Rede wert (aber das hier musste nach der Lektüre raus). Kein Filmstoff und kein Grund für einen 2. Teil. Bitte bitte nicht!

PS: Übrigens – ihr dürft den Beitrag hier gern teilen und in alle Winde zerstreuen *lach

Schneemänner-Talk, das 19. Gespräch

PAUL WILL’S WISSEN

»Was hältst du davon, wenn wir sie mit in den Club nehmen?«, schlägt Paul Jacob ein paar Tage später vor. »Sie könnte Alex kennenlernen. Vielleicht ist sogar Marlena da und …«
»Bist du verrückt?« Jacob guckt böse. »Ich dachte, wir wären uns einig: Keine harten Sachen!«
»Darum geht es doch auch gar nicht. Wer sagt denn was von harten Sachen? Ich möchte nur, dass sie weiß, wohin die Reise gehen könnte, wenn sie sich auf mich einlässt.«
Der entgeisterte Blick seines besten Freundes verheißt nichts Gutes.
»Du willst Louisa allen Ernstes zum Spielen mit in den Club nehmen?«
»Wenn es sich ergibt und sie selbst möchte …«
»Nein!«, entfährt es Jacob.
»Warum nicht?«
»Weil du sie nicht mit der Nase darauf stoßen musst, was du alles mit ihr machen könntest.«
»Meinst du nicht, sie weiß das längst?«
Jacob schweigt.
»Sie schreibt Erotikromane, Jack. Sie hat über Bondage geschrieben. Und ich erinnere mich an die eine oder andere SM-Szene, die nicht von schlechten Eltern war.«
»Ausgedacht.«
»Oder selbst erlebt.«
»Glaub ich nicht.«
»Dann eben recherchiert. Es gibt genügend Zeugs auf YouTube oder einschlägigen Foren, bei dem jeder Voyeur auf seine Kosten käme. Das gilt auch und gerade für Autoren.«
»Ja und?« Jacob schnauft ungehalten.
»Ich will damit nur sagen, dass sie im Club nichts zu sehen kriegt, was sie nicht schon woandersher kennt.«
»Hast du sie gefragt?«
»Nein. Du bist derjenige, der alle ihre Bücher gelesen hat. Du hast mir erzählt, was und worüber sie schreibt. Hast mir sogar ein paar Stellen vorgelesen und zwei oder drei Titel empfohlen. Und du wirst es nicht glauben – ich hab da tatsächlich reingeschaut.«
»Ist mir nicht neu.«
»Dann weiß ich nicht, was du hast. Ihre Geschichten sagen doch alles. Außerdem …« Paul bricht ab und legt den Kopf schief. »Erinnerst du dich, womit wir sie provoziert haben, als wir sie gerade erst kennengelernt hatten?« Er wartet einen Moment, bevor er die Antwort selbst gibt: »Dass vieles in ihren Romanen erstunken und erlogen sei.« Wieder legt er eine Pause ein. »Und erinnerst du dich auch, wie sie darauf reagiert hat? … Höchst ungehalten. Sie war not amused sozusagen. Fühlte sich als Lügnerin hingestellt. So, mein Lieber, reagiert man aber nur, wenn man eine saubere Weste hat. Und eine saubere Weste bedeutet in ihrem Fall: Sie weiß wirklich, worüber sie schreibt. Bleibt nur noch herauszufinden, woher.«
»Und das ist jetzt dein Argument für diesen Clubbesuch, oder wie?«
Paul nickt. Natürlich ist es das. Liegt doch wohl auf der Hand.
Für ein paar Sekunden legt sich Schweigen zwischen sie.
»Und wie willst du das anstellen, sie dorthin zu bekommen?«, fragt Jacob schließlich.
Wird aber auch Zeit, dass er seinen Widerstand aufgibt. Warum hat er sich so? Ist doch selbst schon dort gewesen, um beim Bondage zuzuschauen.
Paul holt tief Luft und setzt eine geheimnisvolle Miene auf. »Ich dachte, wir tun es nach ihrer Lesung. Die Atmosphäre mit Matts Bildern wird sie in die richtige Stimmung versetzen.«
»Ach, hast du deine Meinung über ihn und diese gemeinsame Vernissage also geändert?«
»Hab ich nicht. Aber seine SM-Fotografien sind unbestritten mit die besten, die ich kenne.«
Jacob verschränkt die Arme vor der Brust und mustert ihn aufmerksam. »Warum nur werd ich das Gefühl nicht los, du bastelst dir die Dinge mal wieder so hin, wie sie für dich passen?«
»Weil es so ist.« Paul grinst. »Ich muss doch das Beste aus dieser beschissenen Situation herausholen.«
Der Blick seines Freundes wirkt noch immer skeptisch.
»Wie genau stellst du dir das vor? Spazieren wir einfach hinein und tun so, als wäre es das Normalste, sie in einen SM-Club mitzunehmen?«
»Heißt das, du bist dabei?«
»Das heißt, dass ich dich im Auge behalte. Auf gar keinen Fall geht ihr dort allein hin!«
Paul hebt beschwichtigend die Hand. »Entspann dich. Wir werden uns das Ganze nur anschauen.«
»Erzähl mir nichts. Ich kenn dich. Wenn du erst dort bist …«
»Nein, Jack. Versprochen. So viel Verantwortungsgefühl darfst du mir schon zutrauen. Wir gucken, trinken vielleicht was an der Bar, reden ne Runde mit Alex und verschwinden wieder.«
»Hast du auch bedacht, dass sie das vielleicht gar nicht will?«
Paul lächelt vor sich hin. »Ich hab nicht die Absicht, sie zu fragen.«
»Sondern?«
»Ich frage dich. Das muss reichen. Wenn Louisa mir vertraut, wird sie sich ohne viel Gerede darauf einlassen.«
»Dann ist das also ein verdammter Test?« Jacob schüttelt missbilligend den Kopf.
»Quatsch! Natürlich nicht. Aber auf irgendeine Weise muss ich meine Dominanz doch zeigen können. Du hast neulich selbst zu ihr gesagt, sie hätte kein Mitspracherecht, wenn es um Sex ginge. Sie solle sich daran gewöhnen, dass wir am längeren Hebel sitzen. Stimmts?« Er lächelt süffisant und fügt hinzu: »Wir sollten deinen Worten also Taten folgen lassen.«

Falls ihr jetzt fürchtet, ihr hättet was verpasst – nein, dem ist nicht so. Die Talks 11 bis 18 habe ich nicht veröffentlicht. Aus gutem Grund. Denn:

DER SCHNEEMÄNNER-TALK erscheint voraussichtlich am 6. Mai als eBook und Taschenbuch auf amazon – in deutlich erweiterter Form (insgesamt 25 Gespräche) und komplett überarbeitet (beispielsweise tragen jetzt alle Gespräche auch einen aussagekräftigen Titel).

Außerdem dürft ihr euch auf ein ungewöhnliches Cover freuen. So jedenfalls seid ihr es bisher nicht von mir gewohnt. Einen winzigen Blick darauf gewährt euch das Teaserbild zu diesem Beitrag ;-)

PS: Und nicht wundern – bis auf einen sind auch die früheren Talks vorläufig nicht verfügbar. Die stecken schon im geplanten Buch ;-)

Romanrecherche in Eis und Schnee 2

Während die Sonne um die Mittagszeit diese Winteridylle zaubert, zieht über der Ostsee hinterm Haus eine schwarze Sturmfront auf. Dieses Foto ist echt und kein Fake!

Heute geht’s um Romanrecherchen für »Die Schneemänner«. Konkret um das Schneechaos, in dem sich Jacob, Paul und Louisa kennen lernen. Denn auch das hab ich tatsächlich erlebt.

Zu Recherchen für diese Story bin ich im Januar an die Küste gefahren. Allerdings ohne zu wissen, was wirklich auf mich zukommt. Wer ahnt schon solche Katastrophen voraus und begibt sich freiwillig in Gefahr? Wenn die Reise in den Norden auch im Schnee stattgefunden hat. Aber den bringt der Winter nun mal mit sich. Schnee, Frost, graue Tage und viel Nebel. Alles normal. Hat was Mystisches, bei Eiseskälte im Nebel rumzulaufen ;-)

Am selben Tag etwa eine halbe Stunde zuvor. Shooting bei schönstem Sonnenschein. Das Meer ist beinahe glatt. Die Ruhe vor dem Sturm.

Leser haben oft nachgefragt, wo denn nun eigentlich das Hotel steht, in dem Louisa ihre Schneemänner kennengelernt hat. Ich kann euch verraten: Nicht dort, wo der Sturm tobte. Denn bei allem, was ich an Locations recherchiere, verfremde ich auch. So hat also der Sturm auf dem Darß getobt. Während sich das Hotel mit Pool, in dem Louisa regelmäßig ihre Runden dreht, mehr als einhundertfünfzig Kilometer weiter östlich befindet. Allerdings herrschte zu jener Zeit auch dort der witterungsbedingte Ausnahmezustand.

Aber kehren wir zurück auf’s so genannte Fischland, wo ich gerade noch damit beschäftigt war, ordentlich Lokalkolorit in mich aufzusaugen, als ich beim Einkaufen im Supermarkt bemerkte, dass die Einheimischen offensichtlich Lebensmittel bunkerten. Die Regale waren wie leergefegt, in den Einkaufswagen türmten sich die Waren. Die Stimmung wirkte irgendwie merkwürdig. An der Fleischtheke erfuhr ich schließlich den Grund. Die Wetterfrösche hatten Schneesturm angekündigt – ich meine, wer hört schon Nachrichten, wenn er auf Recherche ist. Ich hatte also von nix ne Ahnung. Aber ich hoffte, das Reetdachhaus, in dem ich Quartier bezogen hatte, wäre sicher. Immerhin stand es, so wie Pauls Haus, direkt hinter den Dünen.

Über die Tage verteilt hatte es immer wieder mal geschneit. Aber in der folgenden Nacht kam es tatsächlich richtig dicke. Der Vermieter, der jeden Morgen damit beschäftigt war, einen Fußweg zwischen Haus und Carport freizuschaufeln, hatte sichtlich Mühe mit dem vielen Neuschnee. Weil aber die Sonne schien, hielt ich es für einen ganz normalen Wintertag und poste bei bester Laune für ein paar Strandfotos. Aber seht ihr hinter mir die dunkle Wand? Auf den Fotos für die Schneemänner-Cover macht sie sich auch gut, oder? Ich finde immer, diese Bilder sehen total unwirklich aus. Die von der Sonne in Szene gesetzte traumhafte Winterwonderworld will so gar nicht zu dem schwarzen Himmel dahinter passen …

Am Tag vor dem Sturm. Ordentlicher Wellengang, aber noch fühlt sich alles nur nach einem kräftigen Wind an der See an. Seht ihr den breiten Strand?

Doch die schwarze Wand löste sich nicht in Wohlgefallen auf, sondern brachte einen Sturm, der sich gewaschen hatte. Nachmittags gegen vierzehn Uhr war es bereits stockdunkel. Ich suchte sämtliche Kerzen in der Ferienwohnung zusammen, weil ich mit einem Stromausfall rechnete. Und ich weiß nicht mehr, wie oft ich später angestrengt in die Dunkelheit starrte. Immer in der Angst, das Wasser könnte höher steigen und über den Deich laufen. Die Windgeräusche jedenfalls waren zum Fürchten und raubten mir den Schlaf.

Am nächsten Tag, einem Sonntag, war das Chaos perfekt. Der Verkehr auf dem Darß war zusammengebrochen, zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Die beiden Küstenautobahnen versanken unter hohen Schneeverwehungen, in denen schon nachts hunderte Autofahrer steckengeblieben waren. Die Polizei riet davon ab, das Auto zu benutzen, der öffentliche Nahverkehr war längst eingestellt. Erinnert an das, was dieser Tage in den Alpen geschieht, oder? Vielleicht lag nicht ganz so viel Schnee, aber genügend, um die gesamte Küstenregion über mehrere Tage lahmzulegen.

Am Tag nach dem Sturm. Die aufgepeitschte Ostsee hat den Strand gänzlich geschluckt. Das Wasser frisst bereits an den Dünen …

Was tut man in einem solchen Fall? Abwarten, Tee trinken, vernünftig sein. Vor allem aber alle bisherigen Pläne über den Haufen werfen. Ich verlängerte meinen Aufenthalt und ging im Sturm spazieren. Als ich zwei Tage später dann doch die Heimreise antrat, war der Sturm noch so stark, dass auf der nördlichen Richtungsfahrbahn noch immer nichts ging. Trotz Räumfahrzeugen wehte sie ständig wieder zu. In Richtung Berlin hatten wir Glück, weil ein Schneepflug vor uns her fuhr. Wie viel Glück das aber wirklich bedeutete, wurde erst am Abend klar. Als dieselbe Autobahn wegen anhaltender Schneeverwehungen erneut unpassierbar geworden war. Glück im Unglück, würde ich sagen. Traumhafte Bilder und die Erinnerung an ein Schneechaos, das den perfekten Einstieg in »Die Schneemänner« bot.

Schaut euch gern auch den Buchtrailer auf YouTube an – die Fotos darin sind ebenfalls während dieser Recherchetour entstanden.

Ich saß selbst in der Mobbing-Falle

In den Rezensionen zu meinem neuen Roman „Dark Dancers – Tania“ finden sich Kommentare wie, die Geschichte sei gut recherchiert, nah an der Wirklichkeit und mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen geschrieben. Ich freue mich riesig, dass ich meine Leser emotional so berühren kann. Denn die Wahrheit ist: Ich war selbst ein Mobbing-Opfer. Was meine Protagonistin Tania erlebt, habe ich zum Teil am eigenen Leib erfahren.

Das ist jetzt über zehn Jahre her. Trotzdem erinnere ich mich an viele Details so genau, dass ich sie jederzeit wiederaufleben lassen kann. Für meinen Roman habe ich das auch getan. Und es hat mich unruhige Nächte gekostet. Manchmal hatte ich große Zweifel, ob es eine kluge Idee ist, darüber zu schreiben. Die schlimmste Zeit meines Lebens wollte ich wirklich lieber vergessen. Vielleicht aber musste das alles mal raus. Um eine Art Schlusspunkt zu setzen. Im Sinne von »Euch werd‘ ich’s zeigen!« Denn ich hab mich nicht unterkriegen lassen. Ich hatte Glück.

Es liegt mir fern, jetzt klarzustellen, welche Teile der Geschichte der Wahrheit entsprechen und welche fiktiv sind. Oder doch, eines vielleicht: Im Gegensatz zu Tania hatte ich einen sehr verständnisvollen Partner an meiner Seite. So einen Eric-Typen, mit dem ich über alles reden konnte. Der mir Geborgenheit gab. Dem ich blind vertrauen konnte. Wer weiß, ob ich diese Zeit sonst schadlos überstanden hätte.

Aber wie Tania war ich im Zweifel, ob es Sinn macht, wegen Mobbing vor Gericht zu ziehen. Ich war ausgelaugt. Mir fehlte die Kraft dafür. Mir fehlte ein fachlich versierter Anwalt. Und auch sonst war ich nicht im Besitz eines Netzwerkes, das mir an irgendeiner Stelle etwas hätte abnehmen können. Am Ende habe ich keine Therapie gemacht. Ich war nicht monatelang krankgeschrieben. Ich habe einen Haken drunter gesetzt und mich in die Selbstständigkeit gestürzt. Niemals wieder sollte mir jemand sagen dürfen, was ich im Job zu tun und zu lassen habe.

Trotzdem würde ich jedem in einer ähnlichen Situation empfehlen: Hol dir Hilfe!!! Denn der Preis, den man zahlen muss, ist hoch. Den Tinnitus von damals bin ich nie wieder losgeworden. Ich litt lange unter Schlaflosigkeit. Diffuse Ängste machten mir zu schaffen. Erst ein Jahr nach Ende der Attacken fand ich körperlich und mental zu meiner alten Kraft zurück.

Geblieben ist die Hoffnung, den Mobbern nie mehr zu begegnen. Auch wenn es diesen blöden Spruch gibt, man träfe sich immer zweimal im Leben. Wie oft hab ich mir vorgestellt, was ich dann tun oder sagen, wie ich reagieren würde. Das Problem aber ist: So ein Mobbing-Verhältnis hält ein Leben lang. Es löst sich nicht in Luft auf. Der einzige Ausweg besteht darin, auf Distanz zu bleiben. Also egal, was ich tun oder sagen würde, es würde nichts ändern. Das gilt es zu begreifen. Und aus der Situation zu lernen. Stark zu werden.

Passt auf euch auf!

Eure Nora

Geschichten aus Schottland und den Highlands

Was geschieht, wenn eine Autorin auf Recherchetour für ihren neuen Roman geht? Läuft alles reibungslos? Muss sie sich Try and error beugen? Oder hebelt gar Unvorhergesehenes sämtliche Pläne aus?

Das könnt ihr nun in meinen Schottland-Geschichten nachlesen und damit mich als Autorin von einer gänzlich neuen Seite kennenlernen. Ein knappes Jahr nach der Reise erzähle ich euch nämlich eine Liebesgeschichte der anderen Art.
„Die schottische Reise. Highlander, Haggis und Heroes“ ist als Taschenbuch und eBook erschienen. Darin enthalten all die zahllosen Beobachtungen und Begegnungen abseits der Wege, die es nicht in meinen Roman geschafft haben, aber ebenfalls wert sind, erzählt zu werden. Witzig, dramatisch, gelegentlich auch ganz und gar unglaublich. Wie die Story über die Midges, die gefährlichsten Tiere Schottlands ;-)

WARUM ICH VON DEN MIDGES NICHT GEFRESSEN WURDE

’In den Highlands gibt’s jede Menge Mücken’, hatte ich gelesen. Horrorgeschichten von winzigen Viechern, die das Atmen schwer machen, einem überall hin kriechen und überhaupt den ganzen Urlaub vergällen, obendrauf. Aber nicht mit mir, dachte ich. Ich würde vorbereitet sein. Für die Planung unserer Reiseroute wollte ich das berücksichtigen.
„Wir umrunden Schottland im Uhrzeigersinn“, erklärte ich Willy.
Er guckte komisch.
„Damit uns die Mücken nicht kriegen!“, fügte ich hinzu. „Ende Mai Anfang Juni haben die Hochzeit. Wenn wir also erst in die Highlands fahren, sind wir wieder weg, wenn sie kommen.“
Sein noch immer ungläubiger Blick sagte alles, nämlich: Die hat sie nicht mehr alle. War mir aber egal. Hauptsache, ich musste mich nicht stechen lassen.

Als Nächstes suchte ich im Internet nach Hinweisen, wie den Plagegeistern beizukommen sei. Mückenspray schloss ich aus. Zu viel Chemie. Klebt eklig, besonders wenn’s warm ist. Und dann das Zeug vielleicht noch ins Gesicht sprühen? Nee, auf gar keinen Fall! Irgendwann stieß ich auf das Foto eines Mannes mit Hut und Moskitonetz und wusste: Das ist es! So was wollte ich auch.
Nur, wenn man sich erst mal richtig auf die Suche macht, ist ein Moskitonetz nicht das Einzige, was man findet. Wie wär’s beispielsweise mit einer G-1000-Hose? Wasserabweisender Stoff hält wohl auch Moskitostiche ab. Irgendwo jedenfalls stand das. Kurzentschlossen bestellte ich mir das Teil. Und ärgerte mich nebenbei, dass ich nur eine dunkle Jacke besaß, wo doch eher helle Kleidung die Plagegeister fern halten sollte. Eigentlich könnte ich ja noch …
Ich dachte plötzlich nur noch in Moskito-Dimensionen. Willy kam aus dem Lachen nicht mehr raus.
Finster machte ich ein Foto: Ich mit Hut und Moskitonetz.
„Du siehst zum Fürchten aus“, schrieb meine Freundin.
Na bitte. War doch genau, was ich wollte! Blieb nur zu hoffen, dass auch die Midges merkten, dass ich ihnen den Kampf angesagt hatte.

Kurz vor der Abreise eine kleine Panikattacke. Die Mücken-App, ich konnte sie nicht downloaden. Wie sollte ich denn nun wissen, wann es wo zum Midges-Count-down kommen würde?
„Sowieso egal“, meinte Willy. „Alle Unterkünfte sind gebucht. Du wirst ja wohl wegen der Mücken nicht spontan umbuchen wollen.“
Ich warf ihm einen Blick zu, der ihm deutlich machte: Ich würde. Kopfschüttelnd ließ er mich stehen.

Dann endlich Schottland. Bereits im Mai sommerlich warm. Aber windig. Kein Mückenwetter. Auch eine Woche später noch nicht. Den Hut trug ich inzwischen beim Wandern, nicht gegen Mücken, wohl aber gegen Sonnenstiche. Wirklich empfehlenswert.
In der zweiten Woche die nördlichen Highlands. Tief drinnen. Kalt. Kein Mückenwetter. Der Hut wanderte auf die Hutablage. Das Moskitonetz hatte ich noch nicht ein einziges Mal ausgepackt.
Schließlich die Ostküste. Vergeblich wartete ich auf dichte Mückenschwärme. Meine G-1000-Hose, die nicht nur Regen und Wind sondern auch Mückenstiche abhalten sollte, schlummerte mittlerweile im Koffer. Sie war mir schlicht zu weit geworden.
Als wir in der dritten Woche unser Quartier in den Cairngorms bezogen, in unmittelbarer Flussnähe, war ich allerdings sicher: Jetzt aber! Lange Wanderung am Wasser entlang, warm, feuchte Wiesen. Die kommen, die Midges. Siegessicher schob ich mein Moskitonetz in die Tasche. Doch ihr ahnt es – wieder nichts.

Ehrlich, ich gab mir Mühe. Ließ keine Ecke aus, die nicht wenigstens ansatzweise mückenfreundlich war. Aber sie kamen einfach nicht. Und mein ganzes schönes Equipment – es war so was von für die Katz!
„Siehste“, sagte Willy, als wir in Newcastle auf die Fähre gen Heimat gingen und ich meinem Mückenschutzprogramm nicht mehr die geringste Aufmerksamkeit schenkte. „Hättest du dir alles sparen können.“
Hätte ich. Ohne Zweifel. Denn die Midges lauerten ganz woanders …

Zu Hause, auf einer schnöden Radtour an einem unspektakulären Flüsschen entlang, fielen sie nur wenige Tage später über uns her. Ich hatte weder meine G-1000-Hose an, noch trug ich Hut und Moskitonetz. Nicht mal eine Sonnenbrille. Die konnte ich in der Dämmerung vergessen. Ich hätte doch gar nichts gesehen.
Aber die verdammten Viecher waren überall. Ich konnte knapp atmen, nicht sprechen und sobald ich anhielt, weil mir eine Mücke ins Auge geflogen war, fraßen sie mich.

Von wegen ’In den Highlands gibt’s jede Menge Midges’! Sie sind hier, direkt unter uns. Und ich höre schon wieder eine an meinem Ohr sirren …

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