Das Baby der Schneemänner

babyAm Ende der 3. Staffel von DIE SCHNEEMÄNNER hatte ich euch gebeten, dem Baby von Jacob, Paul und Louisa einen Namen zu geben. Ihr habt mir daraufhin in den letzten Monaten Vorschläge unterbreitet, von denen ich hier die am häufigsten genannten und drei irische (ihr wisst schon, warum ;-)) zur Wahl stelle.

Jeder von euch kann für maximal zwei Namen voten. Am besten so, dass diese beiden Namen dann auch zusammen passen.

Wie die Entscheidung ausgefallen ist, erfahrt ihr in Hawks Geschichte, die im Januar 2018 erscheint 😉

Jetzt bin ich sehr gespannt auf eure Wahl! 🙂

Wie soll die Tochter der Schneemänner heißen?

 

Wie viel Nora Amelie steckt in den Hauptfiguren?

Nora Amelie

Das ist eine der Fragen, die mir immer wieder gestellt wird. Meine Affinität zum Autofahren guckt den Protagonistinnen natürlich aus jedem Knopfloch. Aber bin das wirklich ich?

Ich hab die Gelegenheit genutzt und euch einfach mal ein paar der häufig gestellten Fragen beantwortet. Wenn ihr weitere habt, schickt sie an meine Mailadresse (im Impressum). Bei nächster Gelegenheit gehe ich gern näher drauf ein 🙂

Warum schreibst du, Nora?
Weil ich mich als Kind immer darüber geärgert habe, dass ich das Ende einer Geschichte schon nach einem Viertel des Buches erahnen konnte. Ich hatte den Ehrgeiz, es spannender zu machen.

Wie denkst du heute darüber?
Spannung finde ich nach wie vor wichtig. Und eine Story, die vorhersehbar ist, reizt mich nicht.

Wie bringst du Spannung in deine eigenen Romane?
Ich gebe der Geschichte Raum. Ich lasse sie sich entwickeln. Ich habe nie alle Details im Kopf, wenn ich beginne. Und meine Figuren bekommen Mitspracherecht.

Warum?
Weil sie oft ziemlich genau wissen, was sie wollen. Kürzlich beispielsweise hatte ich bereits die Schlussszene im Kopf, schrieb aber noch an der davor. Plötzlich führte ein Wortwechsel zwischen den Figuren in eine ganz andere Richtung als geplant. Ich war neugierig und gab dem nach. Hinterher musste ich die Schlussszene neu schreiben.

Behindert dich das beim Arbeiten?
Überhaupt nicht. Das macht es ja gerade spannend. Im Grunde weiß ich nie, was beim Schreiben aus der Geschichte wird, die ich mir irgendwann einmal ausgedacht habe.

Heißt das, du bist völlig planlos?
Nein. Es gibt schon einen roten Faden, dem meine Romane folgen. Ich weiß, was ich erzählen möchte. Ich weiß auch, wohin das führen soll. Aber meine Hauptfiguren sind so eigensinnig wie ich selbst. Deshalb muss ich mich immer wieder neu mit ihnen arrangieren.

Hört sich an, als hättest du ein sehr spezielles Verhältnis zu ihnen?
Hab ich tatsächlich. Aber ich glaube, das geht vielen meiner Kollegen ähnlich. Es fällt schwer loszulassen.

Gibt es deshalb immer wieder Verbindungen von einem Roman zum anderen?
Genau. Ich liebe es, meine Lieblingsfiguren auch in neuen Geschichten auftauchen zu lassen.

Aktuell schreibst du den Fortsetzungsroman DIE SCHNEEMÄNNER. Welche „alte“ Figur hast du da eingebaut?
Es sind mehrere „alte“ Figuren. In Kürze kommt z. B. Alex, gutaussehend und geheimnisvoll, zum Zuge. Darauf freue ich mich schon wahnsinnig. Weil es der Geschichte in diesem Fall auch eine unerwartete Würze verleiht.

Zum Schluss die wichtigste aller Fragen: Wie viel Nora Amelie steckt in deinen weiblichen Protagonisten?
So viel, wie hineinpasst.

Let’s talk about DIE SCHNEEMÄNNER

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An dieser Stelle ein Fazit zum Schneemänner-Talk kürzlich auf Facebook.

Eine illustre Fan-Runde hatte sich zusammengefunden: Freunde, Autorenkollegen, Leser und solche, die es werden wollen. Ganz grundsätzlich wollten wir eine Antwort auf die Frage finden: Wie geht’s weiter mit Paul, Jacob und Louisa?

Nachfolgend ein paar O-Töne. Die gesamte Debatte, die sich über eine knappe Stunde hinzog, könnt ihr lesen, wenn ihr das Bild anklickt, oder diesem Link folgt.

RK: … Finde, dass die Geschichte auch mehr aus der Sicht der Männer beleuchtet werden könnte …

SN: … Ich wünsche mir ein Happyend und kein Drama …

GR: … Diese polyamouröse Schwebe ist doch gerade der Charme dieser Geschichte …

SN: … für diese Geschichte wünsche ich mir, dass sich die Dreierbeziehung durchsetzt …

SB: … Kinder passen immer in eine Beziehung!

AM: … Sie leben alle drei zusammen unter einem Dach.

Dann sind wir also mal neugierig, wie die Sache ausgeht. Teil 6 des Romans erscheint in wenigen Tagen auf amazon. Anfang April startet die 3. Staffel.

Die Schneemänner – Pauls dunkle Seite


Wer ist Paul?
Während eines nächtlichen Gesprächs zwischen Louisa und Jacob stellt sich heraus, dass Paul seine Vorliebe für BDSM gern in entsprechenden Clubs auslebt. Im Gegensatz zu Jacob ist Paul bislang zwar noch nicht in einem früheren Roman aufgetaucht. Aber den Club, den er hin und wieder besucht, kennen Leser meiner Bücher tatsächlich bereits. Schauen wir uns diese „Örtlichkeit“ durch die Augen einer Frau an. Marlena – Hauptfigur in „The Secrets of Grey Days“. Denn Pauls Spielplatz ist der BDSM-Club von Marlenas Partner Alex …

Es gab eine breite gekieste Auffahrt, die in sanften Schwüngen durch den Park direkt zum Haus führte. Nichts ließ erkennen, was sich hinter der Fassade verbarg. Die wenigen geparkten Fahrzeuge seitlich vom Gebäude konnte man locker für zum Eigentümer gehörige halten. Marlena wäre jede Wette eingegangen, dass die meisten Leute in dieser Gegend keine Ahnung von der Obsession ihres Nachbarn hatten. Hier lebten offensichtlich Menschen, die gern unter sich und ihresgleichen blieben. Was ganz gewiss nichts mit dem üblichen nachbarschaftlichen Gebaren gemein hatte, sich gegenseitig regelmäßig zu besuchen oder Gespräche über den Gartenzaun zu führen. Gesellschaften zu geben, war hier normal …

Während sie durch das Haus spazierten, geriet ihr Gespräch vorübergehend ins Stocken. Grund war Marlenas steigende Anspannung, als sie durch eine weitere Flügeltür einen langen breiten Korridor betraten. Er war mit dicken Teppichen ausgelegt, die ihre Schritte schluckten, und hatte Wände in Bordeauxrot. Sie waren weiß abgesetzt und immer wieder unterbrochen von schwarzen Marmorsäulen auf ebenfalls weißen Sockeln. Links fiel der Blick durch hohe Sprossenfenster hinaus auf den Vorplatz des Hauses. Rechts gab es Türen, die Vincent unbeachtet ließ. Nirgends ein Hinweis darauf, was den Gast hier tatsächlich erwartete. Selbst die Bücher in den wandhohen Regalen, die in regelmäßigen Abständen in die Mauern eingelassen waren, verstärkten eher den Eindruck eines Wohnhauses, als dass sie auf bizarre Aktivitäten hinwiesen …

’Die Räumlichkeiten im Westflügel führen bewusst in die Irre und erwecken den Anschein eines Labyrinths’, hatte Vincent ihr erläutert, als er sie bei ihrem ersten Besuch hier in den Teil des Hauses geführt hatte, der ausschließlich Clubmitgliedern vorbehalten war.
Sie folgten einem langen Gang, an dessen Seiten Metallkonstruktionen aufgereiht waren. Wie die Inneneinrichtung eines Gefängnisses sah es aus.
’Unsere Käfige. Das Zur-Schau-Stellen ist eine gern erteilte Strafe’, hörte sie Vincent erneut in ihrem Kopf. Sie hatte damals sofort gewusst, dass sie so etwas hassen würde. Die Käfigtüren waren mit massiven Vorhängeschlössern versehen. In manchen gab es schmiedeeiserne Ringe mit langen Ketten daran oder Stahlfesseln für Fuß- und Handgelenke. Die Käfige selbst waren kaum mannshoch. Offensichtlich war ein aufrechter Stand darin nicht vorgesehen.

Als sie die Treppe zur unteren Etage erreichten, stockte Marlena beinahe der Atem. Der Keller. So ganz und gar klischeehaft, wie man sich das überhaupt vorstellte. Hier war das Licht spärlich. Der Schein leicht rußender Fackeln flackerte über rau verputzte Wände und warf Schatten. Links und rechts des Ganges ließen vergitterte Fenster den Blick in verschiedene Kammern zu. Einige davon kannte sie inzwischen. Ohne hinzusehen, wusste sie von dem Gebilde aus Leder, das an Ketten von der Decke der ersten Kammer hing und wie eine grobe Flechtarbeit wirkte. Sling oder Liebesschaukel nannte man das. Auch mit dem Pferd in der nächsten hatte sie bereits Bekanntschaft geschlossen. Mit ihm und der Kollektion von Peitschen an der Wand daneben, deren Namen und Bestimmung sie sich immer noch nicht vollständig eingeprägt hatte.
Weiter hinten in den Räumen gab es eine Art Spinnennetz aus dünnen Ketten, mehrere Andreaskreuze in verschiedenen Größen und mit den unterschiedlichsten Utensilien bestückt und einen gynäkologischen Behandlungsstuhl, bei dem sie Alex im Verdacht hatte, dass er ihn aus seinen eigenen Beständen rekrutiert hatte. An die überall herumstehenden, lederbezogenen Holztische, die durch daran befestigte Haken und Ösen auffielen, an die Seilzüge und diverse andere Gerätschaften, vor denen sie sich geradezu fürchtete, mochte sie gar nicht erst denken …

Jetzt stellt sich natürlich sofort die Frage, ob Paul Louisa jemals in diesen Club mitnehmen wird. Und wenn, ob sein Freund Jacob dann wieder in die Rolle des stillen Beobachters schlüpft? Oder wird er eher verhindern, dass Paul mit Louisa seine Spiele treibt?

Wir werden es bald wissen. DIE SCHNEEMÄNNER Teil 4 erscheint am 26. November und eröffnet Staffel zwei der ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte 🙂

Die Schneemänner – Jacobs Geheimnis

Jacob aus DIE SCHNEEMÄNNER
Wer ist Jacob? Wer ist der Typ, der Louisa den Kopf verdreht, als sie nichtsahnend im Hotelpool vor sich hin schwimmt? Und der sie später mit Kumpel Paul in die Private Suite „entführt“? Kennen wir den nicht irgendwoher?

Lesern meiner Romane dürfte dieser Name tatsächlich etwas sagen. Denn Jacob hatte sein Debüt bereits vor zwei Jahren. In „Insel der Nachtigallen“, Teil 2, ist über seinen ersten Auftritt als Romanfigur Folgendes zu lesen:

… Eine weitere Hand schob sich in ihre. Als sie aufblickte, schaute sie in grünbraune Augen.
„Dr. Dr. Jacob Scherzer“, nannte Constanze den Namen des Kollegen.
Scherzer nickte kurz. „Schön, dass Sie da sind.“
„Zwei Titel?“, fragte Theresa nach.
Er nickte erneut und fügte leicht ironisch hinzu: „Doppelqualifizierung.“ Sein Schmunzeln war nur angedeutet und ein klein wenig schief, was seinem Gesicht einen etwas spöttischen Ausdruck verlieh … 

Das also ist Jacob. Und in dieser Szene begegnet er Theresa, der Hauptfigur im Roman „Insel der Nachtigallen“. Die beiden sind sich auf Anhieb sympathisch. So kommt es am selben Abend zu einem weiteren Zusammentreffen:

… Jacob lotste sie zu seinem Auto in die Tiefgarage. Sie war wirklich von allen guten Geistern verlassen, sich mit einem ihr unbekannten Typen hier unten herumzutreiben. Nicht mal Constanze hatte mitbekommen, dass sie zusammen verschwunden waren.
„Vertrauen fällt manchmal schwer, stimmt’s?“ fragte er und hielt ihr die Beifahrertür auf.
Theresa fühlte sich ertappt. „Bin ich so durchschaubar?“, fragte sie, als er sich neben ihr hinters Lenkrad setzte.
Er lächelte. „Vergiss nicht. Ich bin doppelqualifiziert.“
Wie immer er das gerade meinte, sie musste lachen. „Was hast du vorher gemacht?“, wollte sie wissen. Langsam stellte sich in ihren Nervenbahnen wieder ein wenig Ruhe ein. Sie beobachtete, mit welcher Leichtigkeit er die schmalen Kurven der Auffahrt nahm, an denen der Lack zahlreicher Fahrzeuge klebte.
„Verschiedene Praxen in Süddeutschland und in Hamburg. Ein paar Monate Notfallaufnahme, dann angestellt. Nebenher die zweite Promotion.“
„Ordentlich Arbeit“, meinte sie.
Er nickte. „Ich hatte zu tun, ja.“
„Und du wolltest die Niederlassung oder ist es eher ein Kompromiss?“
„Nein. Ich wollte. Und ich wollte immer mit Partnern. Passt einfach gut, wenn man als Arzt mehrere Zahnärzte ergänzt.“
„Das eine oder das andere davon kam nicht in Frage?“
„Darüber hab ich auch nachgedacht.“ Er setzte den Blinker und wechselte auf das Reichpietschufer. „Aber irgendwie fiel mir die Entscheidung schwer. Und dann hätte es eben diesem roten Faden widersprochen, den ich mir ja selbst gestrickt habe.“
Sie nickte. Das konnte sie gut verstehen. Wenn man erst mal einen Plan hatte, war man bereit, den auch gegen Widerstände umzusetzen. Irgendeine sinnvolle Lösung fand sich immer. Hatte Toms Plan etwas Sinnvolles ergeben?
„Und du?“, riss er sie aus ihren Gedanken. „Bist du schon lange dabei?“
„Ich hab meinen Abschluss mit Constanze gemacht. Sie ging dann erst mal auf Wanderschaft, ich gleich nach Berlin.“
„Warum?“
„Mein Mann hat mir ein paar Jahre voraus. Ich wollte in seine Praxis einsteigen. Und die war damals schon hier. Also hab ich mir zwei Jahre lang angeschaut, was die Kollegen so machen, und bin danach zu ihm gewechselt.“
Sie rutschte ein wenig tiefer in den Sitz und schob sich ihre Tasche in den Rücken.
„Rückenschmerzen?“
Sie winkte ab. „Wer hat die nicht. Die Woche war lang.“
„Beug dich mal vor“, sagte er und warf ihr einen Seitenblick zu.
Sie schaute erschrocken zu ihm rüber. „Wieso?“
„Mach schon. Einfach vorbeugen.“
Sie stützte sich mit den Ellenbogen auf den Oberschenkeln ab und lehnte den Kopf gegen das Armaturenbrett des Lexus. Sie brauchte einen Moment, bis sie eine Position gefunden hatte, die ihrem Kiefer nichts auszumachen schien. Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr, wie Jacob hinter sie griff. Dann begann er, seine Handfläche über ihren Rücken zu schieben.
„Musst nur sagen, wo … Hier? …“
Seine Hand, fest und warm, hatte ihr Kreuzbein gefunden und bewegte sich nicht mehr. Theresa brummelte etwas, das sich nach Bestätigung anhören sollte. Sie spürte, wie es unter Jacobs Berührung warm wurde und wie diese Wärme unaufhörlich in ihren Rücken hineinsickerte.
„Gut?“, fragte er.
„Hmhm.“
Sie schloss die Augen und konzentrierte sich darauf, ruhig zu atmen. Es dauerte nicht lange, da begann sie, sich zu entspannen. Währenddessen steuerte der Mann seinen Wagen durch den spätabendlichen Verkehr und schließlich auf die Stadtautobahn. Erst dort nahm er seine Hand fort. Mit einem tiefen Seufzer lehnte sie sich in den Sitz zurück. „Echt gut.“
Er warf ihr einen Seitenblick zu und lächelte auf eine Weise, die einen Schauer unter ihre Haut jagte. „Gerne wieder.“ … 

Tja, ich darf euch verraten, dass sich diese Situation tatsächlich wiederholt, zumindest im weitesten Sinne 😉 Wer also neugierig auf Jacobs Vorgeschichte ist, sollte deshalb ein klein wenig im zweiteiligen Roman „Insel der Nachtigallen“ schmökern. Als eBook und Taschenbuch auf amazon.

Neben Bad Boy Jacob gibt es im Roman „Die Schneemänner“ auch Paul, seinen Freund, der eigentlich der größere Bad Boy ist. Weil Paul nicht nur ein Geheimnis hat, sondern gleich eine wirklich dunkle Seite. Auf die sind wir natürlich alle neugierig. Deshalb bald mehr zur Frage: Wer ist Paul?

Wie die Geschichte um DIE SCHNEEMÄNNER weitergeht, erfahrt ihr dann ab 26. November, wenn mit Teil 4 die zweite Staffel des Romans startet.

Neuer Roman thematisiert Totenfotografie

totenfotografie-post-mortem-fotografieAlte Fotografien haben manchmal etwas Furchteinflößendes. Wie diese hier. Verlassene Behausungen, denen man auf ungewöhnliche Weise wieder Leben einhaucht. Quasi als Geist werden die ehemaligen Bewohner hineinprojiziert …

Auch Nathalie, Hauptfigur im zweiteiligen Roman „Sand des Vergessens“, begegnet den Geistern ihrer Vergangenheit. Zum Nachlass ihrer Großmutter gehört nicht nur ein verwinkeltes Fachwerkhaus an der Küste. Sie entdeckt auch alte Fotografien. Furchteinflößende Aufnahmen, denn sie bilden Tote ab. Obwohl man sich bei vielen Bildern sichtlich darum bemüht hat, diese Toten lebendig wirken zu lassen. Auf der Suche nach Erklärungen für die merkwürdigen Fotos findet Nathalie Hinweise auf eine besondere Form, Menschen darzustellen – die Post Mortem Fotografie, kurz Totenfotografie. Aber was ist das genau?

Als das Fotografieren noch in den Kinderschuhen steckte, etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, war es für die meisten Menschen unerschwinglich. Deshalb gab es nur drei Anlässe, zu denen man sich diese Erinnerung leistete. Zur Taufe eines Kindes, zur Hochzeit und im Todesfall. Die Kindersterblichkeit war jedoch sehr hoch. So wurden viele der Kleinen erst fotografiert, als sie bereits gestorben waren. Für das einzige Foto in ihrem kurzen irdischen Dasein stellte man die Toten gern als noch lebend dar. Meistens in den Armen ihrer Mütter, auf einem Stuhl sitzend oder mit ihrem Lieblingsspielzeug, oft aber auch im Kreise der Geschwister oder ganzer Familien.
Natürlich geriet man dabei unter Zeitdruck. Fotos entstanden nicht im Bruchteil von Sekunden, sondern in stundenlangen Sitzungen. Man musste ewig in der vorgeschriebenen Position verharren. Zum anderen verändert sich der Mensch, wenn er tot ist. Um das zu kaschieren, trugen Tote häufig Handschuhe oder wurden von so genannten Körperhaltern fixiert, die übrigens zum Teil noch bis in die Gegenwart in alten Fotostudios Verwendung fanden.

Fast alle Post Mortem Fotografien zeigen sehr ernsthafte, melancholische oder traurige Gesichter. Obwohl der Tod damals gegenwärtig war und man einen ganz anderen Umgang mit ihm pflegte als heute. Wir nehmen trotzdem an, dass die Lebenden, die sich mit Toten abbilden lassen mussten, von diesem Prozedere traumatisiert wurden. Besonders für Kinder, so glauben wir aus unserem heutigen Verständnis heraus, muss das eine dramatische Erfahrung gewesen sein …

Die Romanfigur Nathalie, wenn auch erwachsen, ist tatsächlich traumatisiert. Denn sie entdeckt zwischen den alten Fotos auch neuere Aufnahmen. Darunter die von ihrem Vater, von dem sie zwar weiß, dass er gestorben ist, den sie jedoch niemals auf dem Totenbett gesehen hatte. „Sand des Vergessens“ erzählt, wie Nathalie, indem sie die Geschichte der mehr als hundert Jahre alten Fotos enträtselt, einen neuen Umgang mit dem frühen Tod ihres Vaters findet. Es ist ein dramatischer Roman um Verlust und die Suche nach Liebe, um innere Zerrissenheit und um die Hoffnung, endlich Glück und Frieden zu finden.

SAND DES VERGESSENS, Teil 1 und 2 als eBook und Taschenbuch auf amazon.

FIFTY SHADES OF GREY – Was könnte beim nächsten Teil besser sein?

SoG-verbessern
Die Protagonistinnen meiner Romane – Theresa aus INSEL DER NACHTIGALLEN, Marlena aus THE SECRETS OF GREY DAYS und ein paar Freundinnen, wie beispielsweise Judith – haben sich zusammengesetzt und diskutiert, wie man Teil 2 von SoG verbessern könnte. Hier ihre Vorschläge 😉

Neubesetzung für CG?
Das ist wohl eine der am häufigsten debattierten Fragen. Wenn wir entsprechenden Insider-Infos glauben dürfen, bleibt Jamie Dornan erste Wahl für die Rolle des Christian Grey. Leider. Denn er sprüht nicht gerade vor Leidenschaft. Glatt rasiert und frisch gebügelt wirkt er eher wie der nette Junge von nebenan. Betonung liegt auf Junge. Ein Bad Boy sieht anders aus. Dass er immer mal wieder durchblicken lässt, dass er so gar nicht auf die harte Tour steht, macht es auch nicht besser.

Mehr Action?
Ja, definitiv. Klar ist „Fifty Shades of Grey“ weder ein Thriller noch ein rasanter Actionfilm. Aber das Ganze plätschert so dahin, ohne Höhen und Tiefen. Um von Spannung oder Dramatik mal gar nicht erst zu reden. Vielleicht liegt’s auch einfach daran, dass wir als Leser des Bestsellers natürlich wissen, was in der nächsten Szene und in der übernächsten passiert. Aber wer sagt, dass Literaturverfilmungen langweilig und bar jeder Dynamik sein müssen?

Erotik statt nur Sex
Berechnungen hatten ja bereits vor der Filmpremiere darauf hingewiesen, dass es hier – rein zeitlich betrachtet – mehr Sex zu sehen gibt, als in anderen Produktionen. Als erwiesen gilt wohl aber auch die Tatsache, dass sich Autorin und Regie nicht einig darüber waren, wie explizit das Ganze sein sollte. Eine ordentliche Portion Erotik verträgt der Streifen auf jeden Fall. Denn auch wenn lt. Meldungen der Medien irgendwo in dieser Welt eine Frau im Kino beim Onanieren erwischt worden sein soll, fragen wir uns dann doch: Nur eine? Das spricht Bände, oder?

Wanted! Atmosphäre
Darunter leidet der ganze Film, unter dem Mangel an Atmosphäre. Alles wirkt schön, glatt bis clean. Nichts scheint dem Zufall überlassen oder gar dem Improvisationskönnen der Darsteller. Besonders in den Erotikszenen ein absoluter Nachteil. Wo bleibt das sinnlich Anregende? Wo ein bisschen Aufregendes? Ein klitzekleiner Moment spürbarer Tiefe? Da ist viel zu wenig Stoff zum Träumen!

Recherche oder SM-Coach?
Ja, bitte, unbedingt beides (und ordentlich duschen hinterher nicht vergessen 😉 )! Hier gibt’s jede Menge Nachholebedarf. Auch beim Setting. Welcher SMler hat bitte ein Spielzimmer, das in seiner Ausstattung eher einem Warenlager gleicht? Steril wirkt und wie aus dem Katalog? Das ist doch nun wirklich Nonsens. Und dann das Ding mit dem Kabelbinder. Nee, oder? Macht man einfach nicht – lernt schon der Anfänger. Sowieso: SM kann auch gaaaanz anders sein. Muss nicht zwangsläufig mit Schlägen daherkommen. Vielleicht lohnt es sich, an dieser Stelle etwas subtiler und weniger plakativ vorzugehen. Es soll ja echte SMler geben, die als Berater taugen.

Überhaupt mehr SM?
Tja, geht wohl nicht – denn dann kämen die unter 18Jährigen nicht zum Zuge. Wär‘ doch schade um den Ausfall an den Kinokassen, oder? Aber im Ernst: Filmstarts.de veröffentlichte 2015 einen wunderbaren Aprilscherz und lud zu einer besonderen Kinoveranstaltung nach Köln ein. Angeblich wollte ein SM-Club zeigen, wie’s wirklich geht. Auf der Leinwand sollte „Fifty Shades of Grey“ laufen. Auf der Bühne darunter die dazu passenden echten SM-Szenen. Das allein beweist schon, wie weit Film und Realität in Sachen SM wirklich auseinanderdriften.

Was ist mit Gefühl?
Anas Gesichtsausdruck, ein Blick in ihre Augen, ihr Mund – wir finden, sie macht ihre Sache gut. Man spürt, da haucht eine Darstellerin ihrer Figur mit Leib UND Seele Leben ein. Bei Christian spürt man nix. Manchmal fragen wir uns, wie er das bei den Modeshootings macht. Aber gut, das sind Momentaufnahmen. Hundert Auslöser, ein gutes Foto. Aber wer im Studio annehmbar post, muss deshalb nicht auch auf der Bühne wirken. Sorry, aber wenn’s um Emotionen geht, hilft selbst der gestählteste Körper nicht weiter.

Kommunikation?
Hach, auch das ist wohl dem Medium geschuldet. Obwohl man natürlich glauben sollte, dass selbst ein Film diesbezüglich – im wahrsten Wortsinn – Ansprechendes zu bieten hat. Hier gilt: Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, kann sich „Fifty Shades of Grey“ getrost im Original anschauen. Denn Reden, evtl. sogar mit Tiefgang? Totale Fehlanzeige! Aber gute Gesprächsführung war ja schon im Buch nicht vorgesehen. Oh bitte, lasst bei Teil 2 einen Profi an’s Script!

An alle Kinogänger denken!
Sagen wir mal so: Der Film kann sich natürlich leisten, ausschließlich an die Zielgruppe der Leser des Bestsellers gerichtet zu sein. Bei derartig viel verkauften Büchern und den unzähligen Verrückten, die mindestens zweimal ins Kino gerannt sind (wir übrigens auch), reicht es trotzdem für klingende Kassen. Aber warum müssen solche Fakten, wie der, dass CG plötzlich in Anas Wohnung rumläuft, obwohl sie ihn gar nicht reingelassen hat, ohne nachvollziehbare Erklärung bleiben? Und ohne Kommentar von Ana? Schon befremdlich, solche Aussetzer.

Weniger Medienhype, mehr Film bitte!
Das muss abschließend wirklich mal gesagt werden. Die Enttäuschung vieler Kinobesucher über den Film der Filme des Jahres 2015 war garantiert auch auf die vollmundigen Versprechungen vor der Premiere zurückzuführen. Was gab es nicht alles für Diskussionen, u. a. über die Rollenbesetzung. Letztlich bekamen aber viele der Figuren einen derartig schwachen Auftritt, dass man sie im Film fast gar nicht wahrnahm. Manche fehlten ganz (haben wir das vorher wirklich nicht bemerkt?). Deshalb bleibt zu hoffen, dass Teil 2 des Movies hier ein paar Korrekturen vornimmt. Gebt den Darstellern ihr Element zurück!

Wie weit würdest du gehen?

The-Grey-Days-Bondagestory-Nora-Amelie-kleinerRomanrecherche unter Körpereinsatz

Woher nimmt ein Autor eigentlich das Hintergrundwissen für seine Geschichten? Wer liefert ihm Fakten und Settings? Reicht das stets allgegenwärtige Internet für die Recherche? Weil dort wirklich alles zu finden ist, was so ein Autorenherz begehrt? Lange Vornamenlisten für potentielle Protagonisten ebenso wie Livebilder von der Gegend, in der die Geschichte spielt? Rein theoretisch müsste der Autor heutzutage doch keinen Fuß mehr vor die Tür setzen …

Theoretisch. Aber wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren. Und deshalb kann man noch so geschickt bei der Internetrecherche vorgehen – persönliche Erfahrungen ersetzt das nicht.

Das war mein dritter Gedanke, als ich auf die Idee kam, einen Roman über Bondage zu schreiben. Über Menschen, die fesseln, und solche, die sich fesseln lassen, und über all das, was mir erwähnenswert erscheint über diese Spielart des BDSM.

Nachdem Gedanke Nummer eins – Bondagevideos im Internet schauen – erschöpft war, Gedanke Nummer zwei – in ein Bondagestudio gehen und die reale Aktion beobachten – schon deutlich mehr Erkenntnisse lieferte, eroberte Gedanke Nummer drei all meine Synapsen – selbst ausprobieren.
Familie und Freunde waren entsetzt. Trotzdem ließ ich mich nicht aufhalten. Ich wollte mindestens wissen, wie sich ein Seil auf der Haut anfühlt und warum manche Bunnys wegdriften, wenn sie in einem Bondage quasi gefangen sind.

Natürlich sind es auch persönliche Präferenzen, die darüber entscheiden, ob man sich für diese konkrete Form der Recherche begeistern kann. Aber ehrlich? Warum nicht? Wenn man Liebesromane mit erotischem Flair schreibt, schadet es nicht, über Erfahrungen zu verfügen, die vielleicht nicht ganz üblich sind. Zumindest, solange man sich dazu in der Lage fühlt, nicht ganz übliche Erfahrungen zu machen.

Jetzt, nach Fertigstellung der BONDAGESTORY und nach den ersten Feedbacks, weiß ich: Ich habe mich richtig entschieden. Der persönliche Körpereinsatz war in diesem Fall hilfreich für eine gute Geschichte. Kennengelernt habe ich zwar nur wenige Facetten der Kunst des Fesselns. Dennoch haben sie mir zu einem besseren Verständnis für den aktiven und besonders für den passiven Beteiligten verholfen. Über das Gefühl im Seil kann ich jetzt aus eigener Erfahrung berichten. Mein Einfühlungsvermögen für den Gefesselten ist um ein Vielfaches gestiegen, weil ich selbst gefesselt war. Und all die Gedanken, die Ängste und Vorbehalte, die einen vor dem allerersten Bondage befallen – ich habe sie selbst durchlebt.

Fazit: Höhere Authentizität beim Schreiben und eine Geschichte, die sich – zumindest sagen das die Rezensenten – für den Leser „echt“ anfühlt.

Hätte ich das auch ohne Körpereinsatz geschafft? In diesem Fall und in dieser Form vielleicht kaum. Obwohl ich mich mehr als ein halbes Jahr auf das Schreiben des Romans vorbereitet und viel über Bondage gelesen habe. Obwohl ich immer wieder mit den realen Aktiven sprach, die letztlich zum Vorbild für zwei meiner Romanfiguren wurden – Visage_deux und Verspera.

Ob ich allerdings jemals geglaubt hätte, dass man ein Seil hören kann, nämlich dann, wenn der Rigger es durch seine Hände gleiten lässt? Und ob ich jemals verstanden hätte, woher die Liebe vieler Bunnys zu den Ropemarks rührt, zu den Seilspuren auf der Haut? Ich denke, das hätte ich in meiner Geschichte nicht wirklich überzeugend vermitteln können, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte.

THE GREY DAYS – Bondagestory. Als eBook und Taschenbuch auf amazon.

THE SECRETS OF GREY DAYS 2 – entfallene Szenen, die zweite

Rotstift-Opfer, die gerettet wurden und – statt im Roman – nun hier auf meinem Blog einen würdigen Platz finden 🙂 Es geht noch immer um dieselbe Szene in Teil 2 von THE SECRETS OF GREY DAYS – diesmal aus der Perspektive von Jon

… Nachdenklich betrachtete er Theresa. Er hatte gefordert, dass sie auf die übliche Unterwäsche verzichtete, wenn sie in diesen Club gingen. Allerdings hatte er das hier niemals ernsthaft in Erwägung gezogen. Er war keineswegs sadistisch veranlagt. Mit Theresa hierher zu kommen, war zum einen seiner Neugier auf Alex geschuldet, zum anderen erhoffte er sich ein paar nette Impulse, die dazu angetan waren, Theresas und seinen Alltag für ein paar Stunden zu durchbrechen. So schnell also hatte sich das Blatt nun gewendet. Aber gut. Wer nicht hören wollte, musste fühlen. Sie hatte die Diskussion über das Für und Wider einer Schlagsession ausgelöst. Dass es ihr heute besser gefallen würde, als damals bei Stephan, hielt er für fraglich.
Jon starrte Theresa auf die Scham, auf das zarte rotblonde Fließ ihres Schamhaares. Er war beeindruckt davon, mit welcher Selbstverständlichkeit Alex sich an der ihm im Grunde genommen fremden Frau zu schaffen gemacht hatte. Aber vielleicht war das auf seinen Job zurückzuführen, auf den täglichen Umgang mit weiblicher Nacktheit. Er selbst hatte einige Gynäkologen unter seinen Kunden. Mit einem von ihnen verband ihn inzwischen eine lange, intensive Zusammenarbeit. Er hatte ihn einmal gefragt, wie das sei, Tag für Tag den Frauen zwischen die Beine zu greifen. Der Arzt hatte gemeint, man gewöhne sich daran. Es wäre für ihn dieselbe Routine, wie für jeden normalen Hausarzt, der seine Patienten ja auch im unbekleideten Zustand zu Gesicht bekäme. Ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn die Patientin sehr attraktiv sei, hatte Jon daraufhin gefragt. Der andere hatte nicht sofort verneint und dann zumindest eingeräumt, dass er eine schöne Frau durchaus gern betrachten würde.

Jon verstand das. Er hatte zwei vor sich, wenn er von Marlena momentan auch nur den Hintern sehen konnte. Ihr Körper war wohl proportioniert. Sie hatte eine tolle Rückenlinie und lange schlanke Beine, die in den Heels besonders gut zur Geltung kamen.
Er musste zugeben, es machte ihn an, wie die Frauen dort in den Fesseln hingen. Nicht bewegungsunfähig. Doch die Ketten hinderten sie daran, irgendetwas Grundsätzliches an ihrer Haltung zu verändern. Sobald sie auch nur den kleinen Finger rührten, war ein leises Klirren zu hören. Der Ring, an dem ihre Arme fixiert waren, blieb dadurch in Balance, dass jede von ihnen mit ihrem Gewicht dagegen hielt. Aber er würde heftig ins Schaukeln geraten, wenn eine der Frauen das Gleichgewicht verlor.

Er beobachtete, wie Alex die Frauen umkreiste. In den komplett schwarzen Klamotten und mit dem hochgebundenen dunklen Haar wirkte er durchaus gefährlich. Wie ein Raubtier, das nach seiner Beute gierte. Marlena folgte Alex mit ihrem Blick. Außerhalb ihres Sichtfeldes blieb er stehen, griff in die Hosentasche und zog eine Haarspange hervor. Mit wenigen Griffen sorgte er dafür, dass ihr keine einzige Strähne mehr über Schultern und Rücken fiel. Er griff erneut in die Tasche und ließ gleich darauf ein Gummi vor Theresas Nase baumeln. Dann trat er hinter sie und band auch ihr das Haar hoch. Ein Schritt zurück, ein zufriedenes Nicken. Der Tanz konnte beginnen.
Alex kam grinsend auf ihn zu und richtete seine Augen auf die Wand hinter ihm, an der Jon die Peitschen wusste. Wenn er selbst sich entscheiden müsste, fiele seine Wahl auf einen Flogger. Er hatte gesehen, dass es davon einige in dieser Sammlung gab. Einer hatte es ihm besonders angetan. Der Griff war aus poliertem rötlichem Holz. Die Wildlederbänder in einer ähnlichen, hervorragend dazu passenden Farbe hatten sich weich angefühlt. Flogger fand er ungefährlich. Obwohl man deren Wirkung durch die Schlagtechnik natürlich variieren konnte. Aber er glaubte nicht, dass man mit einem Flogger echte Schäden anrichtete.
Auch Alex schien mehr den Spaß als alles andere im Kopf zu haben. Denn er griff selbst nach einem Flogger, einem großen schweren mit breiten glatten Lederriemen, der Griff gleichfalls aus Leder. Alex warf ihm einen Blick zu und Jon verstand. Er sollte sich etwas aussuchen. Ohne zu zögern langte er nach dem Teil, das seine Aufmerksamkeit bereits gefesselt hatte …

Die Originalszene zum Vergleich findet ihr in THE SECRETS OF GREY DAYS – Drahtseilakt. Auf amazon.

The Secrets of Grey Days 2 – entfallene Szenen

Bei der Überarbeitung eines Romans kommt es immer wieder vor, dass Szenen gestrichen oder neu geschrieben werden müssen. Mir ging es in THE SECRETS OF GREY DAYS 2 so. In der Szene, die sich im Club von Alex zwischen ihm, Marlena, Jon und Theresa abspielt, hatte ich jedem der Beteiligten eine Stimme gegeben. Bis sich herausstellte, dass die verschiedenen Perspektiven der Story zu viel Dynamik nehmen.

Ich möchte sie euch dennoch nicht vorenthalten, weil sie einen interessanten neuen Blickwinkel auf diese eine Situation eröffnen. Hier also die Perspektive von Theresa dazu, die im Roman dem Rotstift zum Opfer fiel 😉

… So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Theresa schloss für einen Moment die Augen und stieß die Luft wieder aus, die sie gefühlte Minuten lang angehalten hatte. Sie hatte ihn doch nur darum gebeten, ein bisschen was auszuprobieren. Das Paddle vielleicht oder die Gerte. Oder eine von diesen anderen Peitschen, die mit den vielen weichen Schnüren. Flogger hatte Stephan das damals genannt. Sie hatte an die Session mit ihm gedacht. Ihre allererste und bislang einzige. Denn was sich zwischen ihr und Jon entwickelte hatte, war anders, aber deshalb nicht weniger intensiv.
Sie sprachen niemals von Session. Es ergab sich aus der Situation, ungeplant. Hin und wieder kassierte sie inzwischen auch Schläge. Mit der blanken Hand. Und interessanterweise sehr zu ihrem Vergnügen. Es kam sogar vor, dass sie Jon absichtlich den Po darbot, wenn sie spürte, dass sie ihn verärgert hatte. Ganz so, als wolle sie bereitwillig dafür büßen und eine Strafe kassieren. Manchmal setzte es dann einen Hieb. Oder zwei, oder drei. Je nachdem.

Er platzierte sie gut. Die Schockwelle, die so ein Hieb auslöste, kam immer direkt in ihrer Mitte an. Löste Lust aus. So viel Lust, dass sie manchmal gar nicht genug davon bekam. Anfangs hatten sie beide darüber gelacht. Mittlerweile ging das Lachen oft ganz schnell in ein ernsthaftes Gekabbel über. Bei dem sich die Emotionen hochschaukelten und sie sich letztlich in purer Ekstase wiederfanden. Auch deshalb hatte Theresa die heimliche Vermutung, ihr einstiger Schwur, sich nie wieder schlagen zu lassen, müsse einer gewissen Einsicht weichen, dass die Sache vielleicht doch ihren Reiz hatte. Und hier im Club ergab sich unerwartet die Gelegenheit, das zu testen.
Aber sie wollte es mit ihm, mit Jon. Obwohl sie zugeben musste, dass Alex … Hmm, er hatte was. Es war ihr zumindest nicht unangenehm, sich von ihm berühren zu lassen …

Wer nachlesen möchte, wie sich diese Szene nun im Roman darstellt, schaut einfach in die aktuelle Version auf amazon 🙂