Kurze Nächte, lange Tage

Sonnenuntergang… In einträchtigem Schweigen saßen sie da. Die See, die bleifarben vor ihnen lag, kräuselte sich. Darüber schwebte in einem schwungvoll in die Breite gezogenen orangefarbenen Band die Sonne. Ihre Farbe verlor sich nach oben in einem unwirklichen gelben Fleck und der wiederum mündete in eine riesige gleißende Fläche. Es war Viertel vor Zehn. Theresa legte geblendet eine Hand über die Augen.
„Unglaublich, wie verschieden die Farben hier sind!“ Sie wies von der Sonne weg Richtung Süden. Dort war der Himmel noch so türkisblau wie am Mittag. Ohne jedes Wölkchen und absolut zeitlos. Nur die Ausläufer des orangefarbenen Streifens, in den die Sonne tauchte, schoben sich über den Horizont. Kinder jagten einem Frisbee hinterher, während ihre Eltern ebenso andächtig wie der Großteil der Anwesenden dem abendlichen Naturschauspiel beiwohnten.
„Schön, Sie in so guter Stimmung zu erleben“, sagte Jon und beobachtete Theresa nun seinerseits.
Sie lächelte versonnen …

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